• Brandenburg und die Pandemie: Land will Bewertung der Corona-Lage ausweiten

Brandenburg und die Pandemie : Land will Bewertung der Corona-Lage ausweiten

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher will nicht mehr allein die Inzidenz betrachten.

Oliver von Riegen
Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen), will Corona-Beurteilungen erweitern.
Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen), will Corona-Beurteilungen erweitern.Foto: Soeren Stache/dpa

Potsdam - Für die Bewertung der Corona-Lage prüft Brandenburgs Landesregierung eine stärkere Ausweitung der Kriterien über die Sieben-Tage-Inzidenz hinaus. „Eine hohe Inzidenz allein bedeutet nicht automatisch eine ebenso hohe Belastung auf den Intensivstationen der Krankenhäuser“, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Dienstag auf Anfrage. „Wir denken jetzt schon über eine Erweiterung der Eckwerte nach und machen der Staatskanzlei konkrete Vorschläge dazu.“

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Sie sei jedoch auch davon überzeugt, dass der Wert neuer Ansteckungen pro 100 000 Einwohner in einer Woche – die Sieben- Tage-Inzidenz – weiter nötig ist, betonte Nonnemacher. „Wir müssen ihn allerdings mit anderen Faktoren unterfüttern wie der Impfquote, der Zahl der positiven Tests oder der verfügbaren Intensivbetten.“ Auch die Entwicklung gefährlicher Mutanten müsse unbedingt in die künftige Bewertung der Corona-Lage im Land miteinfließen. 

Delta-Fälle nehmen brandenburgweit weiter zu

Die Fälle der Delta-Variante hatten in Brandenburg zugenommen. Indes gab das Potsdamer Ernst-von-Bergmann-Klinikum auch auf Nachfrage bekannt, dass in der Landeshauptstadt noch immer die erstmals in Großbritannien aufgetretene Alpha-Variante vorherrschend sei und bei sequenzierten Proben über der Zahl der Delta-Fälle liege. Das Landesgesundheitsministerium gibt jeden Tag die Zahl neuer Infektionen, den Inzidenzwert, die Sterbefälle, die Zahl der Krankenhauspatienten wegen Covid-19 und der Geimpften an. Nach Einschätzung der Bundesregierung soll bei der Lagebeurteilung trotz zunehmender Impfungen weiter die Sieben-Tage-Inzidenz eine wichtige Rolle spielen.

Corona-Umgangsverordnung bis Ende Juli verlängert

Für die Corona-Regeln ist in Brandenburg bislang vor allem die Sieben-Tage-Inzidenz maßgeblich. Das Potsdamer Kabinett hatte die geltende Corona-Umgangsverordnung erst am vergangenen Freitag bis Ende Juli verlängert – mit wenigen Lockerungen. Im Freien gilt ab sofort keine Maskenpflicht mehr und bei einer stabilen Inzidenz unter 20 sind keine negativen Tests notwendig.

20 Neuinfektionen von Montag zu Dienstag verzeichnet

Der allmähliche Anstieg von Corona-Ansteckungen setzt sich derweil in Brandenburg fort. Die Zahl neuer Infektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche kletterte landesweit auf 4,0, nach 3,7 am Vortag, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag berichtete. Die Gesundheitsämter meldeten innerhalb eines Tages 20 neue Infektionen, allerdings wurden auch vier Fälle aufgrund von Datenkorrekturen abgezogen werden. Den landesweit höchsten Inzidenzwert hat weiter der Kreis Elbe-Elster mit 11,8.


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