Brandenburg : Steuerzahlerbund prangert blu in Potsdam an

Zu teuer und Verschwendung öffentlicher Gelder: Der Steuerzahlerbund prangert in diesem Jahr das Potsdamer Bad blu an. Es ist der einzige Fall aus Brandenburg.

Das Sport- und Erholungsbad "blu" in Potsdam landet im diesjährigen Schwarzbuch des Steuerzahlerbunds. 
Das Sport- und Erholungsbad "blu" in Potsdam landet im diesjährigen Schwarzbuch des Steuerzahlerbunds. Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Das Freizeitbad blu in Potsdam ist für den Steuerzahlerbund Brandenburg der Skandalfall für das diesjährige Schwarzbuch. Der "Badebunker" sei eine gigantische Verschwendung von Steuergeldern. "Die Stadt Potsdam sollte sich auf die Daseinsvorsorge beschränken", heißt es im Schwarzbuch.

Zudem sei eine Renovierung oder ein Neubau einer reinen Schwimmhalle an einem anderen Ort wie dem Volkspark wesentlich günstiger gewesen als ein Freizeitbad, das den übrigen Freizeitbädern in der Region auch noch Konkurrenz macht, betont der Steuerzahlerbund.

Das blu kostete mehr als geplant

Der Bau hat deutlich mehr gekostet als ursprünglich angenommen. So ging die Stadt 2013 von 31,8 Millionen Euro aus - es wurden insgesamt 40 Millionen Euro. Laut Steuerzahlerbund liegt eine endültige Kostenberechnung noch nicht vor. 

Deutlich höhere Zuschüsse für Potsdams blu

Für die Stadtwerke ist auch der Betrieb des Bads wie berichtet ein größeres Verlustgeschäft als prognostiziert. Das kommunale Unternehmen geht in den ersten Jahren von deutlich höheren Zuschüssen aus. Die Stadt wollte maximal 3,5 Millionen Euro pro Jahr für Potsdams Bäder bezuschussen. Auf bis zu 4,37 Millionen Euro pro Jahr könnten sich die Ausgaben allerdings summieren, hieß es im vergangenen Jahr. 

Der Verband wollte sich im Land Brandenburg in diesem Jahr nur auf einen Fall konzentrieren. In Berlin kritisierte der Bund zwei sogenannte Parklets in der Bergmannstraße in Kreuzberg und einen Schilderwald mit 44 Schildern auf der Platanenstraße in Pankow.

Mülltonnen in Potsdam landeten 2017 im Schwarzbuch

Im vergangenen Jahr hatte der Bund unter anderem Mülltonnen in Potsdam und die Werbung für die später abgesagte Kreisreform als Geldverschwendung kritisiert. 

Der Bund der Steuerzahler trägt regelmäßig Fälle aus ganz Deutschland zusammen, bei denen er Steuergeldverschwendung, unnötige Subventionen und Bausünden sieht. (mit dpa)


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