• Brandenburg: Kammern bieten Willkommenskurs an: Handwerk setzt auf Flüchtlinge

Brandenburg: Kammern bieten Willkommenskurs an : Handwerk setzt auf Flüchtlinge

Potsdam/Cottbus - Brandenburgs Handwerksbetriebe wollen Flüchtlinge für eine Ausbildung oder feste Arbeit gewinnen. „Wir haben noch mehr als 400 freie Ausbildungsplätze im Bezirk, zudem fragen täglich Betriebe an, die Fachkräfte suchen und gerne Flüchtlinge einstellen würden“, sagte die Abteilungsleiterin für Berufsbildung der Handwerkskammer Potsdam, Eva Gatzky, am Dienstag.

Die Kammer habe daher Kontakte mit Flüchtlings-Initiativen in der Region aufgenommen. Grundvoraussetzung sei zunächst, dass die Menschen Deutsch lernten, betonte Gatzky. Im Landkreis Teltow-Fläming laufe daher seit dem 6. Oktober ein Projekt, in dem Flüchtlinge neben Deutschkursen auch Praktika in Handwerksbetrieben machen können. Solch einen Willkommenskurs bietet auch die Handwerkskammer Cottbus an. Seit Anfang der Woche bekommen 17 Flüchtlinge im Alter zwischen 20 und 30 Jahren dort Deutschunterricht, besuchen Betriebe und können ihre handwerklichen Fähigkeiten testen. Die Teilnehmer an dem vierwöchigen Kurs kommen den Angaben zufolge unter anderem aus Eritrea, Syrien, Afghanistan und Pakistan. Für November ist ein weiterer Kurs geplant. Das Projekt wird vom land mit 20 000 Euro aus Lottomitteln unterstützt.

Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) würdigte Initiativen wie diese als richtigen Weg, Flüchtlinge auf eine Berufsausbildung oder ein Arbeitsverhältnis vorzubereiten. Laut Landesregierung braucht Brandenburg bis zum Jahr 2030 mehr als 400 000 neue Fachkräfte.

Bei der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) gibt es noch kein konkretes Projekt. „Wir stehen aber im engen Kontakt mit der Arbeitsagentur und dem Jobcenter“, sagte Michaela Schmidt, Abteilungsleiterin für Berufsbildung bei der Kammer. Sobald es Interessenten gebe, könnten entsprechende Projekte starten. Von Februar an werde es bei der Arbeitsagentur Deutschkurse geben, danach würden die Flüchtlinge auf ihre Kompetenzen getestet. „Erst dann kommen die Kammern mit ins Boot“, meinte Schmidt. Derzeit gebe es nur zwei Flüchtlinge, die in einer Elektrofirma den Einstieg probten. dpa

 

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