Brandenburg : Biogasanlagen häufig mit Mängeln

Im laufenden Jahr wurde fast die Hälfte von Kontrolleuren beanstandet.

Potsdam - Sie verursachen zu viel Lärm, Geruch oder sind anders gebaut als geplant: Immer wieder stellen Mitarbeiter des Landesamts für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) bei Biogasanlagen Mängel fest. In diesem Jahr beanstandeten sie fast die Hälfte (47 Prozent) der kontrollierten 55 Anlagen, wie aus einer Antwort von Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage hervorgeht.

Auch das Landesamt für Arbeitsschutz (LAS) überprüft Anlagen. Der Fragesteller und umweltpolitische Sprecher der Linken, Thomas Domres, forderte regelmäßige Kontrollen.  In den vergangenen drei Jahren wurden vom LUGV zwischen 75 und 123 Anlagen kontrolliert. Bei knapp einem Drittel stellten die Kontrolleure Defizite fest. „Das zeigt die Notwendigkeit regelmäßiger Kontrollen. Wichtige Aufgabe der Behörden ist es, sicherzustellen, dass festgestellte Mängel abgestellt werden und dies auch zu kontrollieren“, sagte Domres.

Die Kontrolleure des LUGV beanstandeten laut Vogelsänger unter anderem, dass Anlagen anders errichtet worden waren als beantragt.

Zum Teil wurden auch mehr oder andere Stoffe verarbeitet als genehmigt. Darüber hinaus stellten sie Lärm- und Geruchsprobleme sowie sicherheitstechnische Mängel fest - wie etwa fehlende Prüfungen durch einen Sachverständigen oder Havarien am Fermenter oder Nachgärer.

Das LAS kontrollierte laut Vogelsänger in den vergangenen drei Jahren 30 bis 50 Biogasanlagen. Die Arbeitsschützer bemängelten unter anderem fehlende Prüfungen der Anlagen vor ihren Inbetriebnahmen, ungeeignete Sicherheitsvorrichtungen, die Arbeiter vor einem Sturz in die Anlagen schützen könnten oder auch fehlende Markierungen von Notschaltern.  Die Zahl der Biogasanlagen hat sich seit 2010 mehr als verdoppelt.

394 Anlagen sind derzeit in Betrieb oder genehmigt. 2010 waren es noch 190. In Brandenburg gab es bereits tödliche Unfälle an Biogasanlagen. In Lauchhammer starb 2011 ein Mann an den Folgen einer Explosion. 2013 starb ein Landwirt aus Kerkow (Uckermark). Er war in den Anmisch-Behälter der Anlage gegangen, um eine Störung zu beheben. Dort kam er durch die Rotorblätter, die sich regelmäßig in Bewegung setzen, ums Leben. (dpa)

 

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