• Brandbrief an Politiker: Brandenburgs Lehrer fühlen sich im Stich gelassen

Brandbrief an Politiker : Brandenburgs Lehrer fühlen sich im Stich gelassen

Lehrer in Brandenburg fühlen sich überlastet. Und befürchten, dass das künftig im Unterricht zu spüren sein wird.

Brandenburgs Lehrer kritisieren "eine spürbare Ignoranz gegenüber den realen Problemen in den Schulen“.
Brandenburgs Lehrer kritisieren "eine spürbare Ignoranz gegenüber den realen Problemen in den Schulen“.Foto: Patrick Pleul/dpa

Potsdam - Brandenburgs Lehrer schlagen Alarm. In einem Brief an die Landtagsfraktionen beschreiben die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Brandenburgische Pädagogenverband (BPV) die Situationen an den Schulen als schwierig und fordern Unterstützung bei der Durchsetzung ihrer Verbesserungsvorschläge gegenüber dem SPD-geführten Bildungsministerium. Erfahrene Lehrer und Berufseinsteiger beklagten demnach bei Personalversammlungen, dass die bisherigen Maßnahmen zur Erhöhung der Attraktivität und der Wertschätzung der Arbeit der Lehrkräfte nicht ausreichen werden, um die schwierige personelle Situation in den Schulen dauerhaft und nachhaltig zu entspannen.

"Spürbare Ignoranz gegenüber realen Problemen"

Die Lehrkräfte fühlten sich von der Politik im Stich gelassen und „befürchten, dass sie unter den aktuellen Bedingungen trotz größtem Einsatz nicht mehr in der Lage sein werden, weiterhin die gewohnte Qualität in Bildung und Erziehung zu gewährleisten“, heißt es in dem Schreiben. 

Überbordende Bürokratie, ständige Berichterstattungen und Leistungsüberprüfungen „und eine spürbare Ignoranz gegenüber den realen Problemen in den Schulen“ verschärften die Situation zusätzlich. Besonders werde seitens der Lehrer kritisiert, dass die bildungspolitischen Erfahrungen und Traditionen Ostdeutschlands nicht ausreichend gewürdigt würden, schreiben die Gewerkschaften.

Um die Lage zu verbessern, fordern GEW und BVP unter anderem den Ausschluss einer Erhöhung der wöchentlichen Unterrichtsverpflichtung der Lehrer bis mindestens 2024, eine Erhöhung der Vertretungsreserve von drei auf zehn Prozent, mehr und schnellere Beförderungen und mehr Unterstützung der Schulen bei der Ausbildung von Seiteneinsteigern.