• Blüten an der Bischofsburg: Die Landesgartenschau in Wittstock beginnt

Blüten an der Bischofsburg : Die Landesgartenschau in Wittstock beginnt

Am Donnerstag wird in Wittstock/Dosse die Landesgartenschau Brandenburg eröffnet. Allein eine Millionen Blumenzwiebeln wurden dafür gepflanzt. 

Christian Bark
Die Alte Bischofsburg und die Stadtmauer von Wittstock liegen mitten auf dem Gelände der Landesgartenschau. 
Die Alte Bischofsburg und die Stadtmauer von Wittstock liegen mitten auf dem Gelände der Landesgartenschau. Foto: Jens Büttner/dpa

Wittstock/Dosse - Ein halbes Jahr lang werden Tausende Blumen in Wittstock/Dosse (Ostprignitz-Ruppin) die Hauptrolle spielen. Dort lockt ab dem heutigen Donnerstag bis zum 6. Oktober die sechste Landesgartenschau (Laga) Brandenburgs Besucher an. Das Gelände ist 13,5 Hektar groß. Wer am Bahnhof ankommt, trifft gleich auf ein frisch saniertes Empfangsgebäude. Ein Teil des Bahnhofs ist in das Laga-Gelände integriert. Im ehemaligen Güterboden ist eine Blumenhalle untergebracht.

„Hier findet nach jeder Ausstellung dann über Nacht ein fliegender Wechsel statt“, berichtet Laga-Chefgärtner Andreas Kenzler. Er kommt aus Burg bei Magdeburg und hat schon zahlreiche Gartenschauen, darunter jene in Prenzlau (Uckermark) und Oranienburg (Oberhavel), mitbetreut. „Das Besondere an Wittstock ist, dass sich das Gelände entlang der historischen Stadtmauer um die Altstadt zieht“, sagt Kenzler. Das erfordere bei der Gestaltung aber auch ein gewisses Augenmaß. „Wir können hier nicht überall mit knalligen Farben daherkommen“, erklärt er.

Die Frühblüher leuchten bereits

Gleiches gilt für den denkmalgeschützten Friedrich-Ebert-Park, der direkt neben dem Bahnhof beginnt. Dort sind auch Musterschaugräber zu sehen. „Ein wichtiger Besuchermagnet bei jeder Laga“, sagt Sprecher Matthias Bruck. Eine Million Blumenzwiebeln sind vor dem Großereignis auf dem Gelände gepflanzt worden. Bereits jetzt leuchten Frühblüher wie Osterglocken und Tulpen in den Beeten. „Die Zwiebeln bleiben dauerhaft in der Erde und es wird auch nach der Laga noch blühen“, verspricht Chefgärtner Kenzler.

Ein Mitarbeiter streicht riesige Himbeeren im Fontanegarten.
Ein Mitarbeiter streicht riesige Himbeeren im Fontanegarten.Foto: Jens Büttner/dpa

Über den Park gelangen die Besucher zum „wachsenden Garten“, wo Gartenprofis zeigen, wie Beete gepflanzt oder Teiche angelegt werden. Etwas weiter gibt es einen „Fontane-Garten“, in dem Pflanzen wachsen, die der Dichter Theodor Fontane einst in einem Gedicht erwähnt hat. 

In der Burg sind drei Museen

Entlang des Flüsschens Glinze, in dem Besucher auch mal die Füße baumeln lassen können, geht es zur „Alten Bischofsburg“. In ihr sind drei Museen, darunter Deutschlands einziges über den Dreißigjährigen Krieg, untergebracht. Laga-Besucher haben bis Oktober freien Eintritt. Der vorgelagerte Amtshof wird während der Laga zum Hauptort für Kulturveranstaltungen wie Konzerte.

Nachhaltigkeit weit über die Laga hinaus ist den Organisatoren und der Stadt wichtig. „Alle Städte mit einem solchen Großereignis hatten am Ende einen großen Entwicklungsschub zu verzeichnen“, sagt Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann. Allein 23,2 Millionen Euro fließen als Investitionen in Bauprojekte, die nicht direkt mit der Gartenschau zu tun haben. Ein Beispiel ist die Sanierung des Bahnhofs. „Viele Maßnahmen hätten wir ohnehin durchgeführt, aber eben nicht so schnell“, sagt der Bürgermeister.

Die Schau läuft bis zum 6. Oktober

Rund 300.000 Besucher werden Sprecher Bruck zufolge zwischen April und Oktober erwartet. Bereits nach der Eröffnung am Osterwochenende geht die Stadt von einem regen Besucherinteresse aus. Das soll die strukturschwache Region auch touristisch nachhaltig prägen.

Arbeitsplätze hat die Laga in Wittstock auch geschaffen – zumindest temporär. So stammen die meisten der rund 60 Gästeführer und Servicekräfte aus der Region. Hinzu kommt Personal im Catering und Verkauf. Beispielsweise auf dem Regionalmarkt am Bleichwall, der sich hinter dem zweiten großen Haupteingang der Laga befindet. Dort gibt es auch einen Souvenirshop. Die Verkäuferin sagt: „Wir freuen uns schon auf die vielen Besucher.“ (dpa)