• Biosphärenreservat Spreewald: BUND fordert Artenschutzprogramm für Schwarzstörche

Biosphärenreservat Spreewald : BUND fordert Artenschutzprogramm für Schwarzstörche

Im Spreewald ist der Schwarzstorch als Brutvogel verschwunden. Umweltschützer fordern ein Programm zur Wiederherstellung des Lebensraums für die Tiere.

Yvonne Jennerjahn
Der Umweltverband BUND fordert ein Artenschutzprogramm für den Schwarzstorch.
Der Umweltverband BUND fordert ein Artenschutzprogramm für den Schwarzstorch.Foto: Horst Pfeiffer/dpa

Potsdam/Lübben - Der Umweltverband BUND hat ein Artenschutzprogramm zur Rettung des Schwarzstorchs gefordert. Im Spreewald sei der Schwarzstorch als Brutvogel inzwischen ausgestorben, teilte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Montag in Potsdam mit. Deshalb müsse ein Programm zur Wiederherstellung des Lebensraums aufgelegt werden.

Im Spreewald gibt es seit zwei Jahren keine Schwarzstorch-Paare mehr

Teil des Artenschutzprogrammes müsse ein naturnahes Wasserregime mit regelmäßigen Überflutungen sein, hieß es. Die Gewässerunterhaltung müsse so geändert werden, dass fischreiche, flache Gräben als zusätzliche Nahrungshabitate entstehen. Teichgebiete müssten unbedingt erhalten werden.

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In der gesamten Spreewaldregion gebe es Beobachtungen vor Ort zufolge seit zwei Jahren keine Schwarzstorch-Brutpaare mehr, hieß es. Dennoch werde weiter im Spreewald-Tourismus mit der streng geschützten Vogelart geworben. Auf zahlreichen Informationstafeln des Biosphärenreservates sei der Schwarzstorch als Charakterart dargestellt.

Naturschützer wollen, dass im Biosphärenreservat eine Kernzone ausgewiesen wird

Vor 15 Jahren habe es in der Spreewaldregion noch acht Brutpaare gegeben, betonte Thomas Liebsch von der BUND-Ortsgruppe Lübben-Spreewald. 2014 seien es nur noch vier gewesen. 2019 und 2020 habe keine Brut des Schwarzstorchs im Spreewald mehr festgestellt werden können.

Um die Wiederbesiedlung des Biosphärenreservates Spreewald zu ermöglichen, sollten auch Rückzugsräume für den Schwarzstorch geschaffen werden, damit er an seinen Brut- und Nahrungsplätzen nicht gestört wird, forderte der BUND. Kurzfristig müssten drei Prozent, langfristig zehn Prozent der Fläche des Biosphärenreservates als Kernzone ausgewiesen werden. (epd)
 

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