• Berlin und Brandenburg beim Klimaschutz Spitze „Geo“-Test: Nur Mecklenburg schneidet besser ab

Brandenburg : Berlin und Brandenburg beim Klimaschutz Spitze „Geo“-Test: Nur Mecklenburg schneidet besser ab

Hamburg/Berlin - Berlin und Brandenburg sind in Sachen Klimaschutz bundesweit mit an der Spitze. Nach einem Test des Magazins „Geo“ belegen die beiden Länder hinter Mecklenburg-Vorpommern die Plätze zwei und drei unter allen 16 Bundesländern, wie die Zeitschrift gestern in Hamburg mitteilte. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) bezeichnete die Ergebnisse als „Ansporn, auf diesem Kurs weiterhin alle Anstrengungen zu unternehmen“. Die Linkspartei warnte davor, beim Klimaschutz Entwarnung zu geben.

Dass Berlin bundesweit insgesamt den zweiten Platz erobert hat, liegt den Angaben zufolge vor allem an dem für den Klimaschutz so bedeutsamen Faktor Verkehr. So nehme Berlin bei der Nutzung des Nahverkehrs die Topplatzierung vor Hamburg ein. Allerdings gibt es erheblichen Nachholbedarf bei dem Einsatz regenerativer Energiequellen – da ist die Hauptstadt bundesweites Schlusslicht.

Die Ergebnisse des Tests sollen in einer Sonderbeilage zur „Geo“-Dezemberausgabe veröffentlicht werden. Für den Test wurden 20 Kategorien in den Bereichen Energie, Verkehr, Bau und politische Strategien bewertet. Dabei ging es unter anderem um den Pro-Kopf-Energieverbrauch, die Pkw-Dichte und den Anteil regenerativer Energien. „Brandenburg ist Braunkohleland; an der Wirtschaftsleistung gemessen, ist der Energieverbrauch extrem hoch. Doch abgesehen von diesem Makel hat das Land im Klimaschutz Erhebliches zu bieten“, heißt es in der Auswertung. Gute Noten bekommt die Mark für den Einsatz erneuerbarer Energien. Pro Kopf gesehen werde hier im nationalen Vergleich am meisten Strom aus Windkraft und Biomasse ins Netz gespeist. Auch die Nutzung des Nahverkehrs sei für ein Flächenland erstaunlich (Platz 3).

Platzeck erklärte in einer Mitteilung: „Wir wissen, dass unser Weg einer klimaverträglichen und für die Lausitz möglichst schonenden Braunkohlepolitik ebenso wenig konfliktfrei ist wie der des weiteren Ausbaus der erneuerbaren Energien.“ Aber dieser Weg sei sinnvoll, verantwortungsbewusst und nachhaltig. Nach den Worten der umweltpolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion, Martina Gregor-Ness, sind mit dem Testergebnis „diejenigen Lügen gestraft, die unserem Land beständig vorwerfen, Brandenburg sei Klimakiller“. Das Gegenteil sei richtig: „Wir tun etwas für den Klimaschutz.“

Nach Ansicht Platzecks bestätigt der gestern in Rom beendete Welt-Energiekongress die Weichenstellungen der Landesregierung. Das gelte sowohl für die klare Orientierung auf erneuerbare Energien als auch für die Aussage, dass fossile Energieträger wie Kohle auch künftig einen wesentlichen Beitrag zur Energieversorgung leisten müssen. Allerdings: „Nur wenn es gelingt, möglichst schnell CO2-arme Technologien in die Praxis zu überführen, wird sich der Anstieg der Emissionen begrenzen lassen“, betonte Platzeck. dpa