Brandenburg : BER-Start am 31. Oktober droht Aus

Nach Corona-Fall zieht TÜV Rheinland seine Prüfer von der Baustelle des Airports in Schönefeld ab. Staatliche Hilfen wegen Coronakrise angekündigt.

BER-Start wieder offen. Der Grund: Der Tüv hat nach einem Coronafall auf der Baustelle seine Prüfer abgezogen.
BER-Start wieder offen. Der Grund: Der Tüv hat nach einem Coronafall auf der Baustelle seine Prüfer abgezogen.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Potsdam - Die für den 31. Oktober 2020 angekündigte Eröffnung des BER steuert nun wegen der Corona-Krise womöglich auf eine Absage zu. Der TÜV Rheinland hat wegen eines Corona-Falls seine Sachverständigen von der Baustelle abgezogen, die dort bislang die für den Start erforderlichen Abnahmen der Systeme vornehmen. „Alle Prüfer sind weg“, sagte Wolfgang Stahl, Pressesprecher des TÜV Rheinland in Berlin auf Anfrage. Zuerst hatte das Portal „Business-Insider“ vom TÜV-Abzug berichtet. Allerdings war der Zeitplan für die BER-Eröffnung schon vor der Corona-Epidemie knapp.

Coronavirus hat BER-Baustelle erreicht

Am Donnerstag kam der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft in Tegel zu einer regulären Sitzung zusammen. Danach erklärten Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup – sein Vertrag wurde um ein Jahr bis März 2022 verlängert – und Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider, dass der BER-Start am 31. Oktober 2020 sicher sei – trotz des vorübergehenden Abzuges der Prüfer. Man erwarte, dass der TÜV vertragsgemäß die Abnahmen beende, rechne auch mit den erforderlichen Bescheinigungen für die Abnahmen. 
Dennoch hat das Virus die Baustelle erreicht. „Das Gesundheitsamt hat bislang Kenntnis von einem positiven Befund eines Coronavirus-Infizierten“, erklärte Bernhard Schulz, Sprecher des zuständigen Landkreises Dahme-Spreewald. soll Mögliche Kontaktpersonen seien nicht gemeldet worden. „Das Gesundheitsamt und das Bauordnungsamt des Landkreises gehen daher derzeit nicht von maßgeblichen Einschränkungen des Baubetriebs aus, die Auswirkungen auf den geplanten Eröffnungstermin hätten.“ 

Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup hält am Eröffnungstermin vorerst fest.
Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup hält am Eröffnungstermin vorerst fest.Foto: Gregor Fischer/dpa


Ab 30. April soll der Probebetrieb beginnen, mit einer  Evakuierungsübung mit geplant 1000 Komparsen. Dabei soll es in veränderter Form, mit weniger Komparsen, auch bleiben, sagte der Flughafenchef am Donnerstag. Ein Probebetrieb sei nicht rechtlich vorgeschrieben, habe sich aber in den letzten zwanzig Jahren bewährt. Auch der Landkreis geht vom Start des Probebetriebs nach Plan aus, „vorbehaltlich der Lageentwicklung.“ 
Der Aufsichtsrat entschied außerdem bei der Sitzung am Donnerstag eine Personalie: Michael Halberstadt, bisher Arbeitsdirektor und Mit–Geschäftsführer der Leipziger Verkehrsbetriebe, wird neuer Personalgeschäftsführer der Flughafengesellschaft.

Staatliche Hilfen für Flughäfen

Der Aufsichtsrat hat in der Sitzung staatlichen Hilfen für die Hauptstadtflughäfen aufgrund der Corona-Krise zugestimmt. Das Gremium "hat diese Unterstützung heute klar zum Ausdruck gebracht, und auch die Gesellschafter werden uns unterstützen", sagte Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup nach der Sitzung. Konkrete Zahlen zur Höhe der Hilfen nannte er nicht. Die Passagierzahlen an den Flughäfen Schönefeld und Tegel waren Lütke Daldrup zufolge im Laufe dieser Woche um rund drei Viertel im Vorjahresvergleich eingebrochen. Entsprechend hoch seien die erwarteten Verluste, hieß es. 

Mehr lesen? Hier die PNN gratis testen.