BER-Debakel : Politik will Amann zügeln

Im BER-Desaster gerät Flughafen-Technikchef Horst Amann zwischen die Fronten der Politik.

G. Appenzeller K. Kurpjuweit Th.Metzner

Potsdam/Berlin -  Bei der Aufsichtsratssitzung am heutigen Mittwoch wird es nicht nur um die Ablösung von Flughafenchef Rainer Schwarz und die Wahl von Brandenburgs Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) zum neuen Aufsichtsratschef gehen. Thema wird nach Angaben von Insidern auch Amanns Agieren bei der erneut verschobenen BER-Eröffnung sein. Für Unmut bei den Flughafenmehrheitseignern Berlin und Brandenburg hatten manche Äußerungen Amanns gesorgt – wohl etwa die, dass er hoffe, die Reißleine beim BER „noch rechtzeitig“ gezogen zu haben oder dass er von „fast grauenhaften“ Zuständen sprach. Ihm wurde bedeutet, sich mit öffentlichen Äußerungen zurückzuhalten, sich voll auf die Baustelle zu konzentrieren.

Darin, dass Geschäftsführer Schwarz abberufen wird, sind sich die Eigentümer einig. Offen war Dienstagabend noch, ob er sofort gehen muss – oder kommissarisch weitermacht, bis ein hochkarätiger Manager gefunden ist, der als Vorstandschef mit größeren Befugnissen den Hauptstadtflughafen rettet. Die BER-Pannenserie wird auch zum Zankapfel der Bundespolitik. Eine Sondersitzung des Haushaltsausschusses des Bundestages wurde am Dienstag nach etwa einer Stunde abgebrochen. Vertreter von Union und FDP rügten scharf, dass die Regierungschefs von Berlin und Brandenburg, Klaus Wowereit und Matthias Platzeck (beide SPD), nicht erschienen waren.

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