BER-BAU : Was sonst noch weggespart wurde

Um den Eindruck erwecken zu können, dass beim Flughafenbau der Kostenrahmen eingehalten werden kann, hatten sich Geschäftsführung und Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft auch den Bau eines Tunnels vom BER-Terminal unter dem Flugfeld hindurch gespart. Dieser sollte bei einer später nötigen und auch prognostizierten Erweiterung der Abfertigungsanlagen am BER als Zugang zu einem neuen Terminal dienen. Dieses kann nur auf der anderen Seite der Anlage errichtet werden. Wie bei einer Erweiterung durch ein neues Terminal in einigen Jahren Passagiere ins neue Terminal jenseits des Vorfeldes und der Startbahn gelangen sollen, ist so unklar.

Auch die Kosten für die Erneuerung der alten, für den BER nötigen Startbahn in Schönefeld sind in die Zukunft verschoben worden. Die Erneuerung soll erst nach dem offiziellen Start des BER erfolgen. Die alte Bahn war zwar um 400 Meter verlängert und so auf BER-Standard gebracht worden. Doch der Rest ist alt und muss erneuert werden.

Der BER-Bau wird in Eigenregie der Flughafengesellschaft und ihrerer Anteilseigner durchgeführt, weil sich kein privatwirtschaftliches Baukonsortium gefunden hatte, dass in dem Kostenrahmen bauen wollte und konnte, den Politik und Flughafengesellschaft vorgegeben hatte. Daraufhin hatten Berlin, Brandenburg und der Bund verkündet, das Projekt selbst zu verwirklichen. Den Baukonsortien wurde Preistreiberei vorgeworfen. Intern war gar von Preisabsprachen unter den Bietern die Rede. Der Flughafen sollte nach angepassten Planungen 2,1 Milliarden Euro kosten. Stand derzeit: 4,3 Milliarden Euro.pet

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