• Arbeitsausstand bei Deutscher Bahn: Bahnstreik lähmt Brandenburg auch am Donnerstag
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Arbeitsausstand bei Deutscher Bahn : Bahnstreik lähmt Brandenburg auch am Donnerstag

Wenig Betrieb auf den Bahngleisen, dafür auf den Straßen umso mehr los. Auch am Donnerstag heißt es noch: Umsteigen, bitte. Was fährt in Potsdam und Brandenburg?

Jasper Riemann Burkhard Fraune
S-Bahnen auf der Linie S7 fahren auch am Donnerstag nicht. 
S-Bahnen auf der Linie S7 fahren auch am Donnerstag nicht. Foto: Soeren Stache/dpa

Berlin/Potsdam - Bahnkunden in Brandenburg und Berlin müssen sich auch am Donnerstag auf zahlreiche Zugausfälle und Verspätungen einstellen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer setze ihren am Mittwoch begonnenen Streik im Güter- und Personenverkehr fort, teilte ein Bahnsprecher am Morgen in Berlin mit. Der Ersatzverkehr laufe aber weiterhin stabil. Die Bahn setzt nach eigenen Angaben alles daran, am Freitag wieder den Regelbetrieb zu fahren.

Im Regionalverkehr der Bahn und bei der S-Bahn gelten deutlich reduzierte Ersatzfahrpläne. Diese liefen am ersten Streiktag am Mittwoch aber stabil, hieß es von der Bahn. Nicht alle Züge waren überfüllt, die Kunden sind offenkundig auf andere Verkehrsmittel ausgewichen. 

Was fährt am Donnerstag auf Potsdams Gleisen?

Die Ersatzpläne von Mittwoch gelten auch am Donnerstag: Die S-Bahn stellt für die Streikzeit grundsätzlich auf einen 20-Minuten-Takt um, zu später Stunde sind die Züge auf einigen Linien allerdings auch nur im Abstand von 40 Minuten unterwegs. Von Potsdam verkehrt am Mittwoch und Donnerstag die Linie S1, die über Schöneberg, Friedrichstraße und Alexanderplatz nach Oranienburg fährt. Die Strecke der S7 über Charlottenburg fällt aus, lediglich ein Teilstück der S7 im Osten zwischen Ahrensfelde und Friedrichstraße wird bedient. Wichtig ist auch zu wissen: Die Ringbahn in Berlin fällt komplett aus. 

Die S-Bahn 25 nach Teltow-Stadt verkehrt am Mittwoch und Donnerstag im 20-Minuten-Takt, im Spätverkehr nur im 40-Minuten-Takt. 

Regionalbahnen 20 bis 23 fallen komplett aus 

Auf gleich vier Regionalbahnlinien, die Potsdam bedienen, bleibt es auch am Donnerstag beim Totalausfall. Das sind die Regionalbahnlinie 20 zwischen Potsdam und Oranienburg, die RB 21 von Berlin über Potsdam und Golm nach Wustermark, die RB 22 von Berlin über Potsdam, BER nach Königs Wusterhausen und die RB 23 zwischen Potsdam und Michendorf.

RE1 fährt neunmal am Tag, RE 7 als Bus nicht über Potsdam

Für die Regionalexpresslinien 1 von Magdeburg über Potsdam, Berlin nach Frankfurt (Oder) und RE 7 von Dessau über Potsdam nach Wünsdorf-Waldstadt gibt es einen stark ausgedünnten Ersatz-Fahrplan – allerdings unter Vorbehalt. Der RE1 verkehrt demnach neunmal am Tag. Der RE7 wird geteilt und verkehrt als Bus-Ersatzverkehr ohne Halt in Potsdam zwischen Dessau und Berlin-Wannsee.

Hier geht es zu den Ersatzfahrplänen des RE1 und R7.

Private Bahnanbieter nicht vom Ausstand betroffen

Nicht bestreikt wurden regionale Bahn-Konkurrenten wie die
Ostdeutsche Eisenbahn (Odeg) und die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB). Eine Odeg-Sprecherin sprach am Mittwochmittag von deutlich mehr Fahrgästen. Von der NEB hieß es am frühen Mittwochnachmittag, indirekte Beeinträchtigungen durch den Streik gebe es derzeit nicht.

In Brandenburg sorgte der Streik nach Beobachtungen der
Polizei bislang nicht für mehr Staus oder auch Unfälle. Allerdings nutzten offenbar viele Menschen Leihwagen. Der Anbieter Share Now etwa teilte auf Anfrage ein erhöhtes Buchungsaufkommen für die Region Berlin/Brandenburg mit. Man liege verglichen mit vergangenem Mittwoch bei einem Plus von 23 Prozent. Für eine vollständige Beurteilung
müsse man allerdings die komplette Streikdauer abwarten.

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Streik läuft noch bis Freitag, 2 Uhr

Bundesweit hat die Deutsche Bahn 75 Prozent ihrer Fernzüge gestrichen. Am Dienstag hatte die GDL angekündigt, den Fern- und Regionalverkehr ab Mittwoch, 2 Uhr, für 48 Stunden bis Freitag, 2 Uhr, bundesweit zu bestreiken. Die GDL-Mitglieder streiken offiziell für höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen. Unter anderem verlangen sie eine Corona-Prämie von 600 Euro und 3,2 Prozent mehr Geld in zwei Stufen. Die Bahn will die Erhöhung nach den Corona-Verlusten über eine längere Zeit strecken. Dahinter schwelt in der Belegschaft ein Streit zwischen GDL und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG darum, wer letztlich die Tarifverträge mit dem Unternehmen maßgeblich aushandelt. 

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