• Absturz: Jet hatte keine Zulassung Behörde weist Verantwortung von sich

Brandenburg : Absturz: Jet hatte keine Zulassung Behörde weist Verantwortung von sich

Potsdam - Nach dem Absturz eines Flugzeugs über der dänischen Ostseeinsel Bornholm hat die Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg jede Verantwortung für das Unglück zurückgewiesen. Der „Learjet“ war Mitte September vom Verkehrslandeplatz Strausberg (Märkisch-Oderland) zu einem Rundflug gestartet, obwohl die Maschine weder über eine behördliche Registrierung verfügte noch der Pilot in Besitz einer Fluglizenz war. Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD) sprach am Donnerstag im Infrastruktur-Ausschuss von „einem Einzelfall“. Bei dem Absturz wurden der Pilot und sein Begleiter schwer verletzt.

Der Chef der Gemeinsamen Oberen Luftbehörde, Wolfgang Fried, erklärte, dass seine Behörde alle vorgeschriebenen Kontrollen veranlasst habe. Bis zu vier Routinekontrollen pro Jahr seien auf den 36 Flug- und 30 Hubschrauber-Landeplätzen im Land üblich. Dazu kämen nochmals anlassbezogene Kontrollen. „Wir haben erst nach dem Absturz davon erfahren, dass der Learjet keine Registrierung mehr hatte“, sagte Fried. Erst nach Anfrage seiner Behörde beim Luftfahrt-Bundesamt sei per Fax mitgeteilt worden, dass die Zulassung im Februar 2012 erloschen sei. Dänische Behörden haben sogar ermittelt, dass diese Maschine bereits seit 2009 über keine Zulassung mehr verfügte.

CDU-Verkehrsexperte Rainer Genilke sprach von einem Skandal. „Wir reden hier nicht über ein Moped, sondern über ein Flugzeug. Was wäre gewesen, wenn der Learjet in Brandenburg abgestürzt wäre“, fragte Genilke. Bis 2006 mussten Piloten vor dem Start noch ihre Papiere vorlegen. „Dann wäre es hierzu niemals gekommen“, so Genilke. Das System der Routinekontrollen habe versagt. „Diese Ausreißer dürfen nicht passieren“, räumte Infrastrukturstaatssekretär Rainer Bretschneider ein. Der Missstand sei nicht kausal für den Absturz. dpa

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