Barometer vor der Bundestagswahl : CDU bricht in Brandenburg massiv ein

Wenige Wochen vor der Bundestagswahl schwenkt die politische Stimmung im Land Brandenburg zu den Sozialdemokraten.   

Thorsten Metzner
Brandenburgs Landesfahne. Die politische Stimmung im Land ist in Bewegung. 
Brandenburgs Landesfahne. Die politische Stimmung im Land ist in Bewegung. Foto: Sebastian Gabsch PNN

Potsdam - Dreieinhalb Wochen vor der Bundestagswahl stürzt die Union in Brandenburg auf Tiefstwerte, während die SPD unter Führung von Dietmar Woidke alle anderen Parteien auf Abstand halten kann. Laut Politbarometer würden die Sozialdemokraten bei einer Landtagswahl mit 34 Prozent stärkste Kraft, gefolgt von der AfD mit 17 Prozent. 

Beide Koalitionspartner des Kenia-Bündnisses verlieren dagegen deutlich: Die CDU bekäme nur 13 Prozent, so wenig wie nie zuvor seit 1990. Die Grünen liegen bei acht Prozent. Es folgen die Linken mit 9 Prozent, FDP und BVB-Freie Wähler mit je sieben Prozent: Brandenburg bekäme erstmals ein Sieben-Parteien-Parlament. Die repräsentative Umfrage von infratest dimap haben das rbb-Magazin „Brandenburg aktuell“ und der rbb-Sender Antenne Brandenburg in Auftrag gegeben.

Die Brandenburger favorisieren Scholz als Kanzler 

Die Sonntagsfrage zur Bundestagswahl fällt noch dramatischer aus: Unter Kanzlerkandidat Armin Laschet stürzt die Union, die in Brandenburg 2017 noch mit 26,7 Prozent die Bundestagswahl gewonnen hatte, auf 15 Prozent ab. Die SPD, damals bei 17,6 Prozent, würde unter ihrem Spitzen- und Kanzlerkandidaten Olaf Scholz mit 29 Prozent in der Mark Wahlsieger. Die Brandenburger favorisieren Scholz (47 Prozent) als Kanzler, Laschet oder die Grüne Annalena Baerbock wollen jeweils 9 Prozent. Selbst unter den CDU-Anhängern sind nur 45 Prozent für Laschet, 31 Prozent für Scholz. Die AfD käme in Brandenburg, wenn jetzt schon Bundestagswahl wäre, aktuell auf 18 Prozent (2017: 20,2), die Linke auf 11 Prozent (2017: 17,2). Die Grünen mit Baerbock könnten mit 9 Prozent ihr Ergebnis (damals: 5 Prozent) fast verdoppeln, die FDP käme auf 9 Prozent (damals: 7 Prozent). Der krachende Einbruch der Union in beiden Sonntagsfragen dürfte  den CDU-Wahlparteitag am kommenden Wochenende, auf dem die Wiederwahl von Parteichef Michael Stübgen ansteht, mit Laschet als Gast. 

Zwei Drittel für Einschränkungen für Nicht-Geimpfte  

Zur Corona-Politik ist die Stimmung nach der Umfrage im Land gespalten.  Auf der einen Seiten sind demnach sieben von zehn Befragten sind für Präsenzunterricht in den Schulen, selbst wenn die Infektionszahlen weiter ansteigen. Und 56 Prozent sind der Auffassung, dass alle Schüler im Unterricht von der Maskenpflicht befreit werden sollen. Bislang gilt das für Grundschüler, obwohl diese Altersgruppe bisher nicht geimpft werden kann. Auf der anderen Seite sind etwa Drittel (64 Prozent) für die so genannte 2-G-Regel aus, also für Einschränkungen für Nicht-Geimpfte: Lockerungen sollen nur für Geimpfte und Genesene gelten. Und eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen halten 61 Prozent für richtig.

Für den BrandenburgTrend hat infratest dimap laut rbb vom 25. bis 30. August 1.157 Wahlberechtigte in Brandenburg repräsentativ befragt.