Mit Rückenwind. Ministerin Sabine Kunst beharrt auf ihrem Fusionsplan. Foto: dpa
Wissenschaftsministerin Sabine Kunst sieht Fusion der Lausitz-Hochschulen als Chance für durchlässigere Studienformen
Durch das Umschwenken in der Cottbuser Rathausspitze ist Bewegung in die Diskussion um die Hochschulen in der Lausitz gekommen. Der Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) signalisierte kürzlich überraschend seine Zustimmung für die Reform, da die meisten Forderungen der Stadt erfüllt worden seien. Seit Monaten tobt eine heftige Debatte über Pläne des Landes zur Fusion der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) mit der Hochschule Lausitz zu einer Technischen Universität Lausitz. Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (parteilos) sieht sich nun zunehmend in ihrem Fusions-Konzept bestärkt.
Kunst verwies auf zahlreiche Gesprächsrunden zu den Fusionsplänen, am heutigen Montag soll es einen runden Tisch mit Vertretern von Hochschulen und Politik im Ministerium geben. „Wir haben die in den bisherigen Gesprächen geäußerte Kritik und die Stellungnahmen der Hochschulen zum Errichtungsgesetz für die geplante Technische Universität Lausitz gesammelt“, so Kunst. Sie soll bei der Überarbeitung des Gesetzestextes berücksichtigt werden. Von den sieben Forderungen, die der Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski an uns gerichtet hat, wurden fünf erfüllt. „Das bedeutet, die drei Campusse in Cottbus und Senftenberg bleiben erhalten“, sagte Kunst. Es werde feste Finanzierungszusagen für fünf Jahre geben, und das Mittelverteilungsmodell soll vorerst ausgesetzt werden. Außerdem sei mehr Geld für ein erweitertes Angebot im Haushalt eingestellt, und zwar für das Studium von Gesundheits- und Pflegeberufen in der Lausitz. Auch könnte ein Antrag auf EU-Mittel für den Aufbau eines Colleges gute Chancen auf Förderung haben. „Es kommen noch Bundesmittel hinzu“, so Kunst. „Am Ende darf die neue Universität jedenfalls mit deutlich mehr Mitteln rechnen.“
Letztlich sei das Ziel, an einer TU Lausitz die Uni- und Fachhochschul- Studiengänge zu verzahnen. „Ich könnte mir vorstellen, dass ein Student ein praxisorientiertes Studium beginnt – das, was heute Fachhochschule heißt – und später sogar promoviert“, sagte die Ministerin. Wer einen eher theoretischen Studiengang beginnt und dann von Theorie und Mathe nicht so angetan ist, könne andererseits in einen eher praxisorientierten Studiengang wechseln. „Das bedeutet aber keinen Forschungsbereich auf niedrigem Niveau“, so Kunst. Die BTU soll nach ihrer Ansicht ihre forschungsstarken Bereiche behalten: „Die werden in einer Graduiertenschule mit den starken Forschungsbereichen der Hochschule Lausitz zusammengeführt.“
Heutzutage sei das Konzept einer Gesamthochschule kein Thema mehr. Bachelorabschlüsse würden nun nicht mehr nach Fachhochschule und Uni unterschieden, sondern danach, ob sie eher praxis- oder forschungsorientiert sind. Wer in Zukunft sein Studium an der geplanten neuen Brandenburgischen Technischen Universität aufnehmen werde, sei im Vorteil, erklärte Kunst. Hier sei der Wechsel in die eine oder andere Richtung einfach, der Übergang lasse sich einfacher gestalten, wenn es sich um eine Einrichtung handelt. dpa/Kix
Potsdam bekommt doch noch eine Kunsthalle: Hasso Plattner will zusammen mit dem Investor Lelbach den Palast Barberini wieder aufbauen und dort anschließend seine Sammlung von DDR-Kunst ausstellen. Eine gute Idee?