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  • 23.12.2010

Echinacea gegen Schnupfen

So mancher schwört bei Schnupfen auf Echinacea-Präparate. Aus den Sonnenhut-Arten Echinacea purpurea und angustifolia gewonnene Wirkstoffe sollen das Immunsystem stärken. Amerikanische Wissenschaftler haben nun systematisch untersucht, ob Echinacea tatsächlich hilft. Sie fanden heraus, dass das Heilkraut allenfalls einen geringen Effekt hat, wie sie im Fachblatt „Annals of Internal Medicine“ berichten. Der Einfluss auf Schwere und Dauer einer Erkältung war statistisch nicht bedeutsam.

An der Untersuchung von Bruce Barrett von der Universität von Wisconsin in Madison nahmen mehr als 700 Personen im Alter zwischen 12 und 80 teil, die Symptome einer beginnenden Erkältung hatten. Sie wurden in vier gleich große Gruppen eingeteilt. Die erste erhielt gar kein Präparat, die zweite bekam eine offen deklarierte Echinacea-Pille und die dritte und vierte entweder Echinacea oder ein Scheinmedikament (Placebo), ohne dass die Teilnehmer in diesen Gruppen wussten, ob sie eine Pille mit oder ohne Wirkstoff schluckten.

Mit dieser Versuchsanordnung wollte Barrett nicht nur untersuchen, ob Echinacea wirkt, sondern auch, wie wichtig der Austausch zwischen Arzt und Patient ist und welchen Unterschied es macht, ob man wissentlich oder unwissentlich Echinacea nimmt. Veröffentlicht wurde nun aber lediglich ein Teilergebnis der Studie. Danach verringert sich die Dauer einer einwöchigen Erkältung um sieben bis zehn Stunden, wenn man Echinacea nimmt. Auch die Krankheitszeichen werden als nicht ganz so schwer empfunden. „Die Ergebnisse sprechen nicht dafür, dass diese Dosis einer Echinacea-Zubereitung den Verlauf einer Erkältung wesentlich ändern kann“, lautet das Fazit von Barrett und seinen Kollegen. Der Sonnenhut stammt eigentlich aus Nordamerika, war aber im 20. Jahrhundert vor allem in Deutschland als Heilpflanze beliebt. In den USA wurde Echinacea erst vor rund 15 Jahren „entdeckt“. wez

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