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  • 17.04.2018
  • von Sascha Karberg

Umweltbiotechnik: Ein Enzym, das PET-Plastik verdauen kann

von Sascha Karberg

Ob im ganzen oder geschreddert in Mikroteilchen - Plastik sammelt sich in den Ozeanen an, weil es nicht abgebaut wird. Ein Enzym könnte das Problem lösen helfen. Foto: David Jones/justoneocean.org

In den Ozeanen sammelt sich der Plastikabfall. Forscher haben nun ein bakterielles Enzym entdeckt und optimiert, das das Kunstprodukt zersetzen kann.

Forscher der Universität Portsmouth in England haben ein Enzym entwickelt, das eine der häufigsten Plastikarten in seine chemischen Bestandteile zerlegen kann – PET (Polyethylentherephalat).

Plastikfressende Bakterien aus einer Recyclinganlage

Das Enzym PETase stammt ursprünglich aus Bakterien, die in einer Recyclinganlage in Japan gefunden wurden und Plastik „fressen“. Als das Forscherteam um John McGeehan von der Uni Portsmouth das Enzym genauer untersuchte, stellte es fest, dass es Cutinasen ähnelt. Diese Enzyme können den wachsartigen Überzug von Pflanzen, die Cuticula, zersetzen.

Im Fachblatt „PNAS“ berichten die Forscher, dass sie die PETase versuchsweise veränderten, um sie einer Cutinase noch ähnlicher zu machen. Dabei bemerkten sie, dass das „mutierte“ Enzym das PET-Plastik plötzlich viel besser verdauen konnte.

„Es ist durchaus möglich, dass wir bald einen industriell nutzbaren Prozess haben, um PET und andere Plastikarten wie PEF, PLA und PBS in die ursprünglichen Bestandteile zu zersetzen und nachhaltig recyclen zu können“, sagt McGeehan.

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