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  • 09.02.2018
  • von Richard Friebe

Luftverschmutzung: Gefahr durch Substanzen in Innenräumen

von Richard Friebe

Atem-Not. Auch Reinigungsmittel hinterlassen oft hochreaktive Stoffe in Innenräumen. Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Gerüche im Büro stören viele, doch was atmen wir da ein? Forscher warnen vor einem chemischem Cocktail - und benennen große Forschungslücken.

Über weniges wird derzeit mehr und kontroverser diskutiert als über Luftverschmutzung. Dabei geht es um Autoabgase, Emissionen von Kohlekraftwerken oder auch Kohlendioxid – also durchweg Belastungen der Atmosphäre außerhalb von Gebäuden.

Die Wirkungen dieser Stoffe gelten als relativ gut erforscht. In einem Artikel im Fachmagazin „Science“ kritisieren nun Sasho Gligorowski von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und Jonathan Abbat von der University of Toronto, dass im Gegensatz dazu die Erforschung der Innenraumluft sträflich vernachlässigt werde. Dort entstünden jedoch in chemischen Reaktionen stetig teilweise potenziell stark gesundheitsgefährdende Moleküle.

Niederschlag von Tabakrauch auf Oberflächen kann schädlich sein

Die beiden Chemiker fordern mehr Forschung auf diesem Gebiet. Bei zahlreichen Substanzen sei bereits bekannt, dass sie in Innenräumen zu krebserregenden oder zellschädigenden Substanzen umgesetzt würden. So entstünden etwa in Räumen, in denen sich Tabakrauch auf Oberflächen abgesetzt hat, die sogenannten tabakspezifischen Nitrosamine. Eingeatmet oder auch nur durch Berührung könnten sie die Gesundheit beeinträchtigen.

Auch Reinigungsmittel hinterlassen oft hochreaktive Stoffe in der Luft und auf Oberflächen. Und selbst Körperpflegeprodukte könnten gefährlich werden, oder Hautfett könnte mit Molekülen aus der Luft in ungesunde Substanzen umgewandelt werden, warnen die Chemiker.

Neue Baumaterialien und die Tendenz, Gebäude immer mehr abzudichten, würden die Problematik wahrscheinlich noch verschärfen. Angesichts der Tatsache, dass ein Großteil der Weltbevölkerung weit mehr als die Hälfte ihrer Lebenszeit in Innenräumen verbringt, sei es dringend nötig, diese „Indoor-Cocktails“ besser zu verstehen.

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