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  • 10.11.2017
  • von Amory Burchard

Frauen in der Wissenschaft: Mehr Geld für neue Professorinnen

von Amory Burchard

Auch die Förderung jüngerer Wissenschaftlerinnen soll sich lohnen: Mit einem exzellenten Konzept können sich Hochschulen um eine zusätzliche Professur bewerben. Foto: kasto - stock.adobe.com

Das Professorinnen-Programm wird verlängert: Bis 2022 wollen Bund und Länder 200 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

Bund und Länder wollen weiterhin Frauen auf dem Weg zur Professur fördern – und dafür ab 2018 mehr Geld geben. Bei ihrer Sitzung in Berlin hat die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) am Freitag beschlossen, das Professorinnenprogramm bis 2022 fortzusetzen. Statt bisher 150 Millionen Euro stehen nun 200 Millionen Euro für fünf Jahre zur Verfügung. Berlin gehört zu den Ländern, die sich vehement für eine Erhöhung der Mittel eingesetzt haben.

In den ersten beiden Förderphasen von 2008 bis 2012 und von 2013 bis 2017 flossen insgesamt 300 Millionen Euro in Anschubfinanzierungen für die Erstberufung von Frauen auf Professuren. Die Kosten teilen sich der Bund und das Sitzland der Hochschule. In der ersten Phase erhielten 111 Hochschulen mindestens eine geförderte Professur; in der zweiten Programmphase waren es bis März dieses Jahres 120 Hochschulen. Nach Berlin gingen seit 2008 Förderungen für insgesamt 29 Professorinnen.

Vierte Professur für Unis, die junge Kräfte vorbildlich fördern

Am Prinzip der Anschubfinanzierung wird ebenso festgehalten wie an der Bewerbung der Hochschulen mit einem Gleichstellungskonzept. Wird dieses positiv bewertet, können die Unis und Fachhochschulen Förderanträge für bis zu drei Professuren stellen. Neu ist die Chance auf eine vierte Professur: Bis zu zehn Hochschulen, deren Gleichstellungskonzept im Bereich „Personalentwicklung und -gewinnung auf dem Weg zur Professur“ das Prädikat „Gleichstellung: ausgezeichnet!“ erhält, können eine vierte Professur beantragen.
Dies sei ein Anreiz für die Hochschulen, „auch die Förderung von jungen Wissenschaftlerinnen, die sich erst auf dem Weg zur Professur befinden, voranzutreiben“, erklärte Eva Quante-Brandt (SPD), Wissenschaftssenatorin in Bremen. Damit reagieren Bund und Länder auf die Forderung, mit dem Professorinnenprogramm auch Frauen in der Postdoc-Phase zu fördern. Bislang wählen sie mangels Perspektiven häufiger als Männer alternative Karrierewege und gehen so der Wissenschaft verloren. 2016 waren in Deutschland laut Statistischem Bundesamt 23,4 Prozent der hauptberuflichen Professuren mit einer Frau besetzt.

Berlin liegt mit 32 Prozent Frauenanteil bundesweit vorn

Berlins Regierender Bürgermeister und Wissenschaftssenator Michael Müller (SPD) begrüßte die Fortsetzung des Professorinnenprogramms. In Deutschland könne "trotz vieler Bemühungen noch immer nicht von ausgewogenen Verhältnissen in der Wissenschaft" gesprochen werden. Berlin liegt allerdings mit einem Frauenanteil von 32 Prozent der Professuren bundesweit ganz vorn.

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