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  • 06.10.2017
  • von Florian Schumann

Spuren im Genom: Mit Haut und Haar Neandertaler

von Florian Schumann

Bis zu 2,6 Prozent unserer Gene stammen vom Neandertaler. Und beeinflussen bis heute viele Eigenschaften des Menschen.

Die meisten Genvarianten, die der Neandertaler uns Menschen vererbt hat, hängen mit der Regulierung von Haut- und Haarfarbe zusammen.

Den stärksten Einfluss hat ein DNS-Abschnitt rund um das Gen MC1R, das Haarfarbe und Hautbräunung reguliert. Zwar sind mehr als 20 Varianten des Gens bekannt. Die Version aber, die beim modernen

Menschen zu roten Haaren führt, wurde im Erbgut der Neandertaler nicht gefunden. Wenn es überhaupt Neandertaler mit roten Haaren gab, dann waren diese wahrscheinlich eher selten.

Eine andere DNS-Sequenz, die unsere ausgestorbenen Verwandten uns vererbt haben, ist die Gen-Region BNC2. Sie ist maßgeblich an der hellen Hautpigmentierung der Europäer beteiligt. Die Neandertaler-Variante steht in Verbindung mit häufigem Sonnenbrand in der Kindheit sowie wenig bräunungsfähiger Haut.

Auch das Verhalten des modernen Menschen kann vom Erbe der Neandertaler beeinflusst sein. So fand sich Neandertaler-Erbgut in Genvarianten, die oft bei Abendtypen vorkommen. Also bei Menschen, die abends besonders leistungsfähig sind. Auch ob sich jemand einsam und isoliert fühlt oder desinteressiert ist, steht möglicherweise in Zusammenhang mit diesen DNS-Abschnitten. Haut- und Haarfarbe, Schlaftyp und Stimmung werden alle vom Tageslicht beeinflusst. Es hat die Neandertaler maßgeblich geprägt. Unser Erbgut ist der beste Beweis dafür.

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