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  • 14.09.2017
  • von Amory Burchard

ifo-Bildungsbarometer 2017: Deutsche wollen mehr Digitalisierung in den Schulen

von Amory Burchard

Eher skeptisch sind viele Deutsche bei der Vermittlung digitaler Kompetenzen schon in der Grundschule - nur 55 Prozent sind dafür. Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Die Deutschen sehen die zunehmende Digitalisierung mehrheitlich positiv - und wünschen sich vor allem in den Schulen mehr davon.

Die Stimmung für mehr Digitalisierung im deutschen Bildungswesen ist gut. 90 Prozent der Deutschen sind für die Vermittlung digitaler Kompetenzen an den weiterführenden Schulen, 67 Prozent wollen, dass die Bundesregierung jeden Schüler ab der 5. beziehungsweise 7. Klasse mit einem Laptop oder Computer versorgt. Das geht aus dem aktuellen Bildungsbarometer des Münchner ifo-Instituts hervor, das am Donnerstag in Berlin präsentiert wird.

Mit 83 Prozent nutzte der größte Teil der 4078 Teilnehmer privat oder beruflich selber das Internet. Sie wurden mit einem Online-Fragebogen befragt, die übrigen persönlich in der Wohnung. Durchgeführt wurde die Befragung von April bis Juni dieses Jahres von Kantar Public Deutschland (zuvor TNS Infratest Sozialforschung) unter Bundesbürgern ab 18 Jahren. Die Ergebnisse seien entsprechend der durchschnittlichen Internetnutzung in der Bevölkerung gewichtet worden, betont das ifo-Institut.

54 Prozent sehen sich als Gewinner der Digitalisierung

Insgesamt stimmt die zunehmende Digitalisierung aller Lebensbereiche auch jenseits des Bildungssystems die Menschen eher zuversichtlich: 54 Prozent sehen sich selbst als Gewinner, 16 Prozent als Verlierer der Digitalisierung. Der Rest ist unentschieden.

Rückenwind also für den Digitalpakt? Mit dem im Oktober 2016 verkündeten Programm wollen Bund und Länder ab 2018 fünf Milliarden Euro in die Ausstattung der Schulen mit Breitband-Internetzugang, WLAN und Computern investieren. Für ein solches Programm sprechen sich laut Bildungsbarometer 80 Prozent der Befragten aus.

Viele sind gegen Laptops schon für Grundschüler

Doch es gibt auch Anzeichen für Skepsis gegenüber einer flächendeckenden Digitalisierung der Schulen. So befürworten nur 55 Prozent, dass bereits Grundschülern Digital- und Medienkompetenzen vermittelt werden. Und 44 Prozent meinen, die Digitalisierung führe zu mehr Ungleichheit im Bildungssystem, 51 Prozent teilen diese Befürchtung allerdings nicht.

Eine große Mehrheit ist auch der Ansicht, dass das deutsche Schulsystem unterfinanziert ist. 81 Prozent der Befragten plädieren für steigende oder stark steigende Bildungsausgaben. Beim ersten ifo-Bildungsbarometer von 2014 waren es nur 71 Prozent.

Große Mehrheit für zentrale Abschlussprüfungen

Die Unzufriedenheit mit dem Schulsystem drückt sich auch in den Noten aus, die die Befragten erteilen konnten. Nur 28 Prozent vergeben die Note 1 oder 2, zwischen 2014 und 2016 waren es noch 28 bis 30 Prozent. Zu Verbesserungen soll nicht nur eine höhere Bildungsfinanzierung führen, sondern auch Zentralisierung: 87 bis 91 Prozent sprechen sich für deutschlandweit einheitliche Abschlussprüfungen zum Hauptschul-, zum Mittleren Schulabschluss und im Abitur aus.

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