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  • 25.08.2017
  • von Tilmann Warnecke

Streit um teure Zeitschriften-Abos: Helmholtz-Institute kündigen Großverlag

von Tilmann Warnecke

Universitäts- und andere wissenschaftliche Bibliotheken klagen seit langem über überhöhte Zeitschriftenpreise. Im Bild die Berliner Staatsbibliothek Unter den Linden.

Nach vielen Unis kündigen jetzt auch die Helmholtz-Institute ihren Vertrag mit dem Elsevier-Verlag. Sie wollen teure Zeitschriften-Abos nicht mehr hinnehmen.

Nach vielen Hochschulen haben jetzt auch die Institute der Helmholtz-Gemeinschaft ihre Verträge mit dem internationalen Wissenschaftsverlag Elsevier gekündigt. Damit spitzt sich der Kampf um die Preise von Zeitschriften-Abos und Open Access in der Wissenschaft weiter zu. 16 Helmholtz-Zentren hätten ihre Lizenzverträge zum Jahresende gekündigt, teilte die Helmholtz-Gemeinschaft, eine der großen Wissenschaftsorganisationen, am Freitag mit. Damit wolle man die die Verhandlungsposition der Allianz der Wissenschaftseinrichtungen beim "Projekt Deal" stärken, bei dem es um eine bundesweit gültige Lizenz für alle Hochschulen und Forschungsinstitute in Deutschland geht.

Hinter den Deal-Verhandlungen stehen 600 Forschungseinrichtungen in Deutschland. Dabei wollen die Hochschulen und Institute günstigere Preise erreichen - und ebenso, dass sie Publikationen automatisch auf Open-Access-Basis bereitstellen können. Die Verhandlungen sind derzeit festgefahren, weil Elsevier aus Sicht der Wissenschaftseinrichtungen ein überteuertes Angebot abgegeben hat. Durch den Ausstieg wolle Helmholtz jetzt "ein deutliches Zeichen setzen", heißt es in der Mitteilung der Gemeinschaft. Die Verhandlungen würden sich weiter "sehr schwierig" gestalten.

Seit 2016 wird über eine Lizenz verhandelt - bisher erfolglos

Ende Juni hatten auch die drei großen Berliner Universitäten und die Charité bekannt gemacht, ihre Elsevier-Verträge zu kündigen - wie zuvor schon über 70 Einrichtungen, darunter die Unis in Aachen, Göttingen, Hamburg und die TU München. Die Hochschulen kritisieren seit langem, dass die Preise für Abos von wissenschaftlichen Magazinen viel zu hoch sind.

Mit Elsevier wird seit 2016 über eine bundesweit gültige Lizenz verhandelt, die das gesamte gesamte elektronische Zeitschriftenportfolio Elseviers umfassen soll. Zwei andere große Verlage, Springer/Nature und Wiley, sollen sich im Gegensatz zu Elsevier offen für den Deal-Vorschlag zeigen. Bisher schließt jede Unis eigene Verträge mit den Verlagsriesen ab.

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