Deutsche Bank sieht bei Anlegern in der Region wiederkehrendes Vertrauen in Wertpapiere
Potsdam - Weltweit hat die Finanzkrise das Vertrauen in die Geldinstitute erschüttert. In der Jahresbilanz der Deutschen Bank für die Region Brandenburg und Sachsen-Anhalt jedoch hat sich die Verunsicherung der Kunden offenbar kaum negativ niedergeschlagen. „Gegenüber dem Vorjahr konnten wir unser Geschäftsvolumen um 144 Millionen Euro auf insgesamt 5,3 Milliarden Euro steigern“, bestätigte die Regionalleiterin der Bank für das Privat- und Geschäftskundengeschäft, Stefanie Salata, am Donnerstag in Potsdam. Trotz eines „wirtschaftlich schwierigen Umfelds“ habe die Bank 2009 ein gutes Ergebnis erzielt.
Insgesamt betreute die Deutsche Bank im vergangenen Jahr eigenen Angaben zufolge in beiden Bundesländern knapp 370 000 Privat- und Geschäftskunden, davon allein in Potsdam fast 45 000. Damit habe man den Kundenstamm „auf dem hohen Niveau der vorangegangenen Jahre halten“ können, heißt es im Bericht. Tatsächlich jedoch hat die Bank im Vergleich zu 2008 mehr als 10 000 Kunden verloren. Vor rund zwölf Monaten wies das Institut noch knapp 382 000 Kunden in der Region aus. Ein Grund dafür sei eine zwischenzeitlich stark gestiegene Nachfrage nach kurzfristigen Anlageprodukten gewesen, teilte Salata gestern mit. Diese Interessenten habe man aber nicht langfristig binden können, so die Regionalleiterin.
Spuren hinterlassen hat die Krise allerdings im Anlageverhalten. Es habe teils umfangreiche Vermögensumschichtungen gegeben, berichtete Stefanie Salata. Einen regelrechten „Boom“ hätte etwa die Baufinanzierung erlebt. Immobilenkäufer hätten das günstige Zinsniveau nicht ungenutzt verstreichen lassen, so die Regionalleiterin. Das Baufinanzierungsvolumen in der Region sei um mehr als 15 Prozent, in Potsdam sogar um rund 33 Prozent gestiegen.
Auch bei der Betreuung der knapp 40 000 Firmenkunden in Brandenburg und Sachsen-Anhalt ist die Deutsche Bank offenbar ohne Verluste durch das Krisenjahr gekommen. „Es hat keine Ausfälle gegeben“, berichtete Christoph Westerburg, Leiter des Bereichs Firmenkunden. Zwar habe es „in kürzester Zeit Umsatzrückgänge um 40 Prozent“ gegeben, doch insgesamt seien die Unternehmen stabil durch die Krise gekommen. Allerdings sei bei vielen Firmen das Liquiditätsmanagement das vorherrschende Thema gewesen. „Eine Kreditklemme sehe ich nicht“, so Westerburg. Mit rund einer Milliarde Euro sei das Kreditvolumen auf dem Niveau von 2008 geblieben. Investitionen in Betriebserweiterungen habe es aber so gut wie nicht gegeben, räumte der Bereichsleiter ein.
Für das laufende Jahr zeichnet sich der Bank zufolge vor allem bei den Privatkunden zurückkehrendes Vertrauen ab. So seien etwa Wertpapiere und Aktien wieder im Kommen, meinte Stefanie Salata. Allerdings sei der Beratungsbedarf deutlich gestiegen. „Wir stellen eine neue Ernsthaftigkeit im Umgang mit Finanzprodukten fest.“ Für das Firmenkundengeschäft erwartet Christoph Westerburg ein „herausforderndes Jahr“, wenn es um die Finanzierung des Aufschwungs gehe. Bereits jetzt sollten Unternehmen sich für diese Zeit rüsten, sich entsprechende Partner suchen und ihre Finanzen transparent gestalten, so Westerburg. Matthias Matern
Das Stern-Center plant neue Ansiedlungen von Geschäften und Gastronomie-Einrichtungen. Widerspruch dagegen regt sich bei der AG Innenstadt. Finden Sie die Erweiterungspläne sinnvoll?