UVB-Umfrage: 2010 mehr Aufträge erwartet
Berlin/Potsdam - Ein schwieriges Jahr ist überstanden, aber jetzt gibt es Licht am Ende des Tunnels. So resümierte Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB), am Mittwoch die aktuelle Lage in der Hauptstadtregion. Zwar habe man im vergangenen Jahr teils zweistellige Umsatzrückgänge verkraften müssen, eine Branchenumfrage zeige aber auch vorsichtigen Optimismus.
Nach Ansicht der UVB war der Tiefpunkt der Rezession in der ersten Jahreshälfte 2009 erreicht. Insgesamt ging der Umsatz im verarbeitenden Gewerbe um sieben Prozent in Berlin und um rund zehn Prozent in Brandenburg zurück. Die Zahl der Insolvenzen stieg deutlich an, wie das Statistische Landesamt mitteilte. 1500 Unternehmen, etwa ein Zehntel mehr als 2008, mussten im vergangenen in der Region Insolvenz anmelden.
Entlassungen in der Stammbelegschaft habe es dennoch kaum gegeben, sagte Amsinck. „Die Unternehmer haben ein hohes Maß an Verantwortung gezeigt.“ Auch mit Hilfe der Kurzarbeit. Der Verbandsgeschäftsführer räumte aber ein, dass die Zahl der Zeitarbeiter „in erheblichem Maße“ gesunken sei. Konkrete Zahlen nannte er nicht.
Auch in diesem Jahr wollen die meisten Unternehmen in der Region ihre Belegschaft halten. Das ergab die jüngste Umfrage der UVB. Die Unternehmen rechnen mit einer leichten Steigerung der Aufträge, und auch die Umsätze betreffend zeigten sich viele zuversichtlich. Investitionen seien aber schwierig. „Die Unternehmen spüren die Zurückhaltung bei der Kreditvergabe“, sagte Amsinck. Er verband seinen Jahresbericht mit mehreren Forderungen an die Politik in beiden Bundesländern. Vor allem müssten Investitionen dauerhaft erhöht werden. Die Investitionsquote in Berlin sei mit sieben Prozent zu niedrig. Das Land gebe einen zu hohen Anteil seines Haushalts für Sozialleistungen aus, dieser Posten müsse reduziert werden. Bei einem Jahresetat von rund 22 Milliarden Euro blieben letztlich nur rund 1,5 Milliarden Euro für Investitionen übrig, beklagte Amsinck.
Ein Lob sprach der UVB-Hauptgeschäftsführer dagegen der rot-roten Landesregierung in Brandenburg aus. Die aus dem Landeshaushalt resultierende Investitionsquote von rund 18 Prozent bezeichnete Amsinck als „sehr gut“ und die Konsolidierungsbemühungen als „ehrgeizig“. Allerdings sei es endlich an der Zeit, dass die brandenburgische Landesregierung ihre Arbeit aufnehme. Wegen der Debatte über die Stasi-Vergangenheit einiger Abgeordneter der Koalition sei in den ersten Monaten nicht allzu viel passiert, kritisierte Christian Amsinck. Dabei sei es jetzt geboten, „Kurs zu halten“. In den vergangenen Jahren habe das Land eine sehr gute Entwicklung gemacht.
Auf deutliche Ablehnung stießen beim UVB-Hauptgeschäftsführer dagegen die Pläne ein an Mindestlöhne gebundenes Vergabegesetz. Dadurch würden, wie etwa bei den Gebäudereinigern, reguläre Tarifverträge ausgehebelt. „Die Unternehmen wissen selbst am besten, wie viel sie zahlen können“, meinte Amsinck.
Matthias Matern, Anna Sauerbrey
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