Von Matthias Matern
Siemens AG setzt auf Schönefeld
Konzern baut Logistikzentrum in Ludwigsfelde. Nähe zum Flughafen war entscheidend (03.02.10)
Ludwigsfelde - Voraussichtlich ab August wird die Siemens AG Ersatzteile für ihre sogenannten Gasturbinen vom Flughafen Schönefeld aus in alle Welt verschicken. Wie am gestrigen Dienstag sowohl der Konzern als auch die brandenburgische Wirtschaftsförderungesellschaft „Zukunftsagentur Brandenburg“ (ZAB) bestätigten, wird die Siemens AG in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) durch einen Investor ein Logistikzentrum für Kraftwerksturbinenteile bauen lassen. Eines der ausschlaggebenden Argumente für den Standort sei die Nähe zum Flughafen gewesen, teilte das Unternehmen weiter mit. Bereits vergangenen Herbst stellte Siemens seine Pläne in Ludwigsfelde vor.
Durch die Ansiedlung im Gewerbegebiet Preußenpark sollen der ZAB zufolge vorerst 50 neue Arbeitsplätze entstehen. Auf dem rund 25 000 Quadratmeter großen Gelände, das die Immobilien-Tochter des Konzerns, die Siemens AG Real Estate, gekauft hat, sollen die bislang auf mehrere deutsche Städte verteilten Ersatzteillager-Kontingente „konzentriert“ werden, berichtete Siemens-Sprecherin Ilona Thede. Das Lagergebäude werde durch einen Investor errichtet, Grundstück und Gebäude später auf zehn Jahre angemietet. Mit dem Bau werde unverzüglich begonnen, sobald die ausstehenden Genehmigungen erteilt worden sind, sagte Thede. Allerdings habe die Stadt signalisiert, dass mit den Genehmigungen „zeitnah“ zu rechnen sei. Über den Namen des Investors und die Höhe der geplanten Investitionssumme konnte die Konzernsprecherin keine Auskunft geben. Neben Stahnsdorf ließ das Unternehmen weitere Standorte in der Hauptstadtregion prüfen. Neben dem Flughafen Schönefeld habe auch die Nähe zum Berliner Gasturbinenwerk von Siemens und die gute Autobahnanbindung von Ludwigsfelde eine Rolle gespielt, so Thede. Aufgrund des harten internationalen Wettbewerbs sieht sich Siemens unter Zeitdruck. Noch im August wolle man möglichst die ersten Ersatzteile über Schönefeld ausfliegen lassen, informierte ein Konzern-Mitarbeiter die Ludwigsfelder Stadtverordneten im vergangenen Herbst.
Angesichts der nun verkündeten Entscheidung herrscht große Freude beim Bürgermeister von Ludwigsfelde, Frank Gerhard (SPD). „Nach der Ansiedlung von MTU, Mercedes Benz und Volkswagen ist das ein weiterer Schub für unsere Stadt“, sagte Gerhard gestern. Man freue sich über jede neue Ansiedlung, nun aber müssten erst einmal weitere große Gewerbeflächen geschaffen werden. Mit den notwendigen Genehmigungen für Siemens rechne er noch in diesem Monat, sagte der Bürgermeister.
Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) wertete die geplante Ansiedlung gestern als Stärkung des Logistik-Standorts Brandenburg. „Ich freue mich, dass es gelungen ist, einen so namhaften Konzern hier anzusiedeln.“ ZAB-Geschäftsführer Steffen Kammradt sieht durch das Vorhaben zudem die Anziehungskraft des im Bau befindlichen Flughafens Berlin-Brandenburg International (BBI) einmal mehr bestätigt. „Das beweist eindruckvoll, wie attraktiv das Flughafenumfeld ist.“
Insgesamt begleitete die ZAB im vergangenen Jahr eigenen Angaben zufolge 18 Ansiedlungsprojekte im Zusammenhang mit dem BBI. Knapp 300 Arbeitsplätze seien damit verbunden, teilten die Wirtschaftsförderer mit.