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  • 11.08.2018

Landwirtschaft: Länder melden Dürreschäden von mehr als einer Milliarde Euro

Auf dem Teilstück eines Ackers, das lange Zeit unter Wasser stand und jetzt ausgetrocknet ist, haben sich Risse gebildet. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Seit Wochen regnet es in vielen Teilen Deutschlands zu wenig. Landwirte beklagen nun herbe Verluste. Über eine mögliche Nothilfe wird noch nicht entschieden.

Die wochenlange Dürre in vielen Regionen Deutschlands hat in der Landwirtschaft nach ersten Schätzungen aus den Ländern Schäden von mehr als einer Milliarde Euro angerichtet. Vor einem erneuten Bund-Länder-Treffen an diesem Montag summieren sich die Meldungen mehrerer teils stark betroffener Länder nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bereits auf 1,1 Milliarden Euro. Der Bauernverband hat Hilfen von einer Milliarde Euro für Landwirte gefordert, die wegen der Trockenheit schwere Ernteausfälle erleiden.

Allein für Schleswig-Holstein meldete das dortige Agrarministerium einen geschätzten Dürre-Schaden von 422 Millionen Euro an den Bund. Sachsen übermittelte eine Schätzung von rund 308 Millionen Euro, Sachsen-Anhalt von 237 Millionen Euro. Für Hessen geht das Landesagrarministerium davon aus, dass die Bauern Ernteausfälle von bis zu 150 Millionen Euro zu verkraften haben. Für die Forstwirtschaft des Landes werden zudem Verluste von rund 30 Millionen prognostiziert.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) hatte die Länder aufgerufen, über Schäden und vorgesehene Hilfen zu informieren. Am Montag wollen Ministeriumsexperten von Bund und Ländern erneut über die Lage beraten, nachdem sie Ende Juli eine erste Bestandsaufnahme gemacht hatten. Bei den Schäden beobachten auch die Länder regionale Unterschiede. Entscheidungen zu Hilfen werden vorerst nicht erwartet.

Zuständig für Nothilfen an Landwirte sind zuerst die Länder. Vor einer Entscheidung über mögliche Bundeszahlungen will Klöckner den Abschluss der Ernte und die amtliche Erntebilanz abwarten, die für Ende August vorgesehen ist. Dabei müsste festgestellt werden, dass es sich um Schäden von „nationalem Ausmaß“ handelt. Zuletzt war dies 2003 wegen einer Dürre der Fall. Der Bund und mehrere Länder stellten damals insgesamt 72 Millionen Euro bereit. Viehhaltern, bei denen das Futter akut knapp wird, hat Klöckner nun schnellere Hilfen von Bund und Ländern in Aussicht gestellt. (dpa)

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