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  • 11.07.2018
  • von Henrik Mortsiefer

Weltpremiere für den eCitaro: Mercedes startet seinen ersten Elektrobus

von Henrik Mortsiefer

Späte Premiere. Daimler stellte den eCitaro , seinen ersten komplett elektrischen Stadtbus, in Mainz vor. Foto: Andreas Arnold/dpa

Die deutschen Hersteller hatten lange keinen Elektrobus. Nun stellt Daimler das Modell eCitaro vor. 2019 wird der E-Bus auch bei der Berliner BVG eingesetzt.

Auf den Straßen Berlins wird der erste rein elektrische Bus von Mercedes-Benz Anfang 2019 zu sehen sein. Die BVG hat 15 Exemplare des neuen Modells eCitaro bestellt, das Mercedes am Dienstag offiziell in Mainz präsentierte. Die Order ist Teil eines gemeinsamen Einkaufs mit der Stadt Hamburg, die 20 eCitaros bestellt hat. Weitere 15 E-Busse orderte die BVG beim polnischen Hersteller Solaris. Zusammen geben die Berliner Verkehrsbetriebe 18 Millionen Euro für die 30 Elektrofahrzeuge aus, wie die BVG Mitte Juni mitteilte.

Lange genug hatten die Berliner und andere Verkehrsbetriebe auf ein Angebot deutscher Bushersteller gewartet. Nun ist es endlich soweit. „Gemeinsam mit unseren Kunden haben wir wertvolles Wissen aufgebaut und uns Schritt für Schritt weiter nach vorne bewegt“, sagte Daimler-Vorstandsmitglied Martin Daum. „Aber eines war für uns dabei immer klar: Seriosität geht vor Schnelligkeit.“ Daimler wolle elektrische Nutzfahrzeuge, die unter allen Bedingungen zuverlässig funktionierten – „also bei jeder Außentemperatur, bei jeder Verkehrsdichte und bei jeder Topografie“, so Daum weiter.

200 Millionen Euro für weitere Investitionen

Mit weiteren Investitionen von rund 200 Millionen Euro will Daimler seine Elektro-Busse in den kommenden Jahren zu einem nahezu vollständigen Ersatz für herkömmliche Stadtbusse ausbauen. Der Citaro mit Verbrennungsmotor ist mit 50 000 Einheiten der am häufigsten verkaufte Stadtbus von Mercedes. Gemessen an den Anforderungen, die Verkehrsbetriebe üblicherweise an ihre Busse haben, lässt sich die erste eCitaro-Generation laut Daimler für etwa 30 Prozent aller Einsätze nutzen, sofern das Fahrzeug nur im Depot und nicht unterwegs geladen werden soll. In drei weiteren Etappen soll der Anteil auf annähernd 100 Prozent steigen – in der letzten Stufe mit Hilfe einer zusätzlichen Strom bringenden Brennstoffzelle.

Die 200 Millionen Euro steckt die Bussparte des Autobauers bis 2020 in die Weiterentwicklung des elektrischen Antriebs, aber auch in vernetztes und automatisiertes Fahren. Die Serienfertigung des eCitaro soll Ende des Jahres starten. Der Bus wird in Mannheim gebaut und dann auch von den dortigen Verkehrsbetrieben im Alltag erprobt.

In Berlin auf mehreren Linien

Der elektrische Citaro wird nach Daimler-Angaben mit einer Lithium-Ionen-Batterie mit einer Gesamtkapazität von bis zu 243 Kilowattstunden angetrieben. Im Sommer sei dies genug für eine Reichweite von rund 150 Kilometern, unter Idealbedingungen soll der eCitaro rund 250 Kilometer weit fahren. In BVG- Diensten wird der E-Bus rund 70 Fahrgästen Platz bieten. Eingesetzt wird er voraussichtlich vor allem auf den Linien 142, 147, 194 und 240. mit dpa

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