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  • 09.01.2017
  • von Helena Wittlich, Ralf Schönball

10 Jahre iPhone: Das erste Smartphone war ein Nokia

von Helena Wittlich, Ralf Schönball

Steve Jobs bei der Vorstellung des ersten iPhones am 9. Januar 2007. Foto: picture-alliance/ dpa

Mit dem iPhone begann der Hype ums Smartphone. Dabei gibt es die internetfähigen Mobilgeräte schon viel länger. Ein Blick in die Geschichte.

Am 15. August 1996 bringt der finnische Mobilfunkhersteller Nokia das erste Smartphone in die Läden, den "Nokia 9000 Communicator". Das Unternehmen preist es als "Büro im Westentaschenformat" an. Dabei wiegt das Gerät fast ein halbes Kilogramm, viermal so viel wie das iPhone. Ein Schnäppchen ist das neue Handy auch nicht, es kostete 2700 D-Mark, also knapp 1400 Euro. Neben Telefonieren kann es auch Faxe und Emails senden und empfangen, und sogar per HTML-Browser auf Websites zugreifen – das allerdings nur sehr, sehr langsam.

Die ersten Reaktionen sind dementsprechend zurückhaltend. Außerdem ist man sich uneinig, ob nicht das IBM-Gerät, der "Simon Personal Communicator" das erste Smartphone war. Doch mit "Simon" kann man nicht im Web surfen, ein zentrales Kennzeichen eines Smartphones. IBM zieht sich auch bald wieder vom Markt zurück, 1998 legt das Unternehmen mit WAP-fähigen Geräten nach. So sollen mobile Webseiten schneller abrufbar werden. Den Begriff "Smartphone" prägt erst zwei Jahre später das schwedische Unternehmen Ericsson, das sein Modell R380 als solches bewirbt. 2002 bringt Blackberry sein erstes Smartphone auf den Markt.

Das erste iPhone

Der große Hype um die neue Technologie beginnt erst fünf Jahre später, als Apple-Chef Steve Jobs am 9. Januar 2007 das erste iPhone vorstellte. Der Mitbegründer des Konzerns führt ein einziges Gerät vor, dass drei Geräte in einem umfasst: einen iPod, ein Mobiltelefon und ein mobiles Kommunikationsgerät. Vor allem soll es im Vergleich zu den Vorgängermodellen der Konkurrenz leicht und intuitiv zu bedienen sein. Dafür hat das neue iPhone keine Tastatur mehr, sondern einen großen berührungsempfindlichen Bildschirm. Am ersten Verkaufstag im Juli wechseln 270 000 Geräte den Besitzer.

Doch Jobs verfehlt das selbstgesetzte Ziel, mit dem iPhone auch die nicht technikbegeisterte Zielgruppe anzusprechen. Mit seinen 599 US-Dollar inklusive eines Mobilfunkvertrags ist das erste iPhone zu teuer für die breitere Masse. Diese Kritik nimmt sich der Apple-Chef zu Herzen. Das nächste Modell, das iPhone 3G, das Jobs im Juni 2008 vorstellte, kostet nur noch 199 US-Dollar plus zusätzlichen Handyvertrag.

Die Konkurrenz zieht nach

Die ursprünglichen Pioniere der Handytechnik wie Nokia, Motorola und Blackberry sind überrumpelt von dem Konzept und haben keine Antwort parat. Nur Google-CEO Eric Schmidt, der Aufsichtsratsmitglied bei Apple ist, hat von den Plänen Wind bekommen. Deswegen hat er bereits 2005 das Start-Up Android übernommen. Nach der iPhone-Premiere soll Android ein alternatives mobiles Betriebssystem entwickeln. Im Oktober 2008 kommt dann mit dem HTC Dream das erste Android-Smartphone auf den Markt.

Im Juli 2009 veröffentlicht Samsung, der heutige Marktführer, erstes Gerät mit Android-Betriebssystem, das Galaxy GT-i7500. Im gleichen Jahr erscheint die dritte iPhone-Generation. Nur ein Jahr später präsentiert Steve Jobs das iPhone 4 im komplett neuen Design. Das Gerät bricht alle Verkaufsrekorde, obwohl Nutzer Probleme mit Antenne und Empfang melden. Jobs stirbt am 5. Oktober 2011 - nur einen Tag nachdem Tim Cook, Jobs Nachfolger das iPhone 4S präsentiert.

Zehn Jahre nach dem ersten iPhone ist Samsung Marktführer. 2016 rechnete das Unternehmen mit 350 Millionen verkauften Geräten. Apple verkaufte 211,9 Millionen iPhones. Und auch die Nummer 3 unter den Smartphone-Herstellern, der chinesische Hersteller Huawei, verkündete auf der Welt größten Technikshow in Las Vegas, die Nummer 2 anzugreifen. Mit seinem neues Spitzenmodell „Mate9“ mit installiertem Sprachassistenten „Alexa“ will es dem iPhone 7 Konkurrenz machen.

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