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  • 11.06.2013
  • von Claus-Dieter Steyer

Elbe-Flut in Brandenburg: Das Hochwasser könnte noch bis zu zehn Tage stehen

von Claus-Dieter Steyer

Der Druck auf die Brandenburger Deiche ist immens: Und sie müssen noch eine ganze Weile durchhalten.

Der Scheitel der Flutwelle hat Perleberg erreicht. Die Lage ist stabil, aber sie bleibt weiterhin angespannt, die Pegel steigen im Moment nicht weiter. Jetzt gilt es, die Deiche zu halten, denn die weichen allmählich durch. Dabei müssen sie noch eine ganze Weile durchhalten.

Die Spitze des Elb-Hochwassers hat die Prignitz erreicht. „Das Plateau geht jetzt langsam durch“, sagte eine Sprecherin des Krisenstabes am Dienstag in Perleberg (Brandenburg). Der Wasserstand zeigte sich zunächst bei einer Höhe um 7,75 Meter in Wittenberge relativ stabil. „Die Situation ist dennoch nicht zu unterschätzen, weil das Wasser sehr lange bei uns stehen wird“, sagte die Sprecherin.

Der Landkreis rechnet mit einer Dauer von bis zu zehn Tagen. Die Spitze des Hochwassers soll Berechnungen zufolge etwa 40 Kilometer lang sein. Experten hatten befürchtet, dass die Elbe einen historischen Höchststand von mehr als acht Metern erreicht. Mit der Flutung von Poldern konnte die Situation bislang entspannt werden.

Insgesamt stabilisiert sich die Lage in den brandenburgischen Hochwassergebieten entlang der Elbe etwas. Der Pegel von 7,75 Metern war zehn Zentimeter weniger als beim bisherigen Höchststand am vergangenen Sonntag. Beim letzten großen Elbehochwasser lag der Pegel rund 40 Zentimeter tiefer. In den nächsten Tagen erwartet der Krisenstab des Landkreises kein weiteres Ansteigen des Wassers.

Dennoch nehme die Belastung auf die Deiche weiter zu, so dass von einer Entwarnung noch nicht gesprochen werden könne. Je länger das Wasser steht, umso mehr weichen sie durch - im Mittelpunkt stehe jetzt die Verteidigung der Dämme.

Zur Beruhigung der Lage im 73 Kilometer langen Elbabschnitt rund um Wittenberge haben zweifellos die beiden Deichbrüche im Raum Tangermünde in Sachsen-Anhalt beigetragen. Hier hat das Wasser der Elbe den Ort Fischbeck und weitere Dörfer überschwemmt. Bundeswehrhubschrauber versuchen mit dem Abwurf von großen  Sandsäcken den Wasserdurchlauf etwas zu bremsen. Fischbeck liegt rund 50 Kilometer südlich von Wittenberge.

Die Spitze des Hochwassers an der Elbe hat Sachsen-Anhalt verlassen. Sie ist seit Dienstagmorgen in Höhe von Wittenberge im Land Brandenburg, teilte der Landesbetrieb für Hochwasserschutz am Dienstag in Magdeburg mit. In Magdeburg sank der Pegelstand an der Strombrücke um 9.00 Uhr auf 6,85 Meter.

Da weitere Deichbrüche elbaufwärts nicht ausgeschlossen sind, wurde das am Sonntag geöffnete Wehr bei Quitzöbel wieder geschlossen. Hier strömte bis zum Morgen Elbwasser in den Havelschlauch und die eigens für Hochwasser reservierten Polder. „Wir brauchen diese Flächen als Reserve für die Aufnahme weiterer Wassermassen, die möglicherweise aus der Elbe unkontrolliert ins Havelland fließen“, sagte ein Sprecher des Brandenburgischen Landesumweltamtes.

In der Nähe von Wittenberge stehen rund zehn Grundstücke und Häuser unter Wasser. In Bälow und Breese konnten die Deiche dem Druck des Wassers nicht standhalten.

Derzeit werden keine freiwilligen Helfer von außerhalb in der Prignitz zum Sandsackfüllen gebraucht. Die örtlichen Kräfte reichen nach Auskunft des Wittenberger Bürgermeister Oliver Hermann aus. Weitere Informationen gibt es am Bürgertelefon unter 03877 / 566 9000.

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