"Costa"-Wrack als Touristenmagnet.
Sieben Monate nach der Havarie der "Costa Concordia" boomt auf der italienischen Insel der Tourismus. Zwar ist die Zahl der Übernachtungen zurückgegangen, doch dafür brummt das Geschäft mit Tagesgästen, die das Wrack sehen wollen.
Ein Ort der Tragödie - jetzt Anziehungspunkt für zahlreiche Touristen. Täglich treten hunderte Besucher den Trip vom italienischen Festland auf die Insel Giglio an. Ihr Ziel: das Wrack des im Januar havarierten Kreuzfahrschiffes "Costa Concordia". Bei dem Unglück kamen 32 Menschen ums Leben, darunter 12 Deutsche.
Zehn Euro kostet die Bootstour zum Wrack der "Costa Concordia". Ein Tagesausflug, der bei Touristen schwer beliebt ist. Sergio Ortelli, Bürgermeister von Giglio: "Der Tagestourismus hat zugenommen. Eine Art Sensationstourismus. Die Leute kommen morgens zum Fotografieren und fahren abends wieder, nur um das Wrack gesehen zu haben. Es herrscht eine große Neugier. Die Touristen lassen Giglio ein bisschen wie ein Museum erscheinen. Wenn sie es gesehen haben, verschwinden sie wieder."
Video: Costa Concordia als Tourismusmagnet
Die Zahl der Übernachtungen auf Giglio ist stark zurückgegangen. Doch an den Strand zieht es die Besucher nach wie vor. Die Angst vor verunreinigtem Wasser ist gewichen, trotz früherer Warnungen. Ausgelaufenes Öl aus dem Wrack ist längst abgepumpt, das Wasser ist jetzt wieder kristallklar. Alessandro Centurioni, Umweltbeauftragter des Bürgermeisters: "Das Schiff ist jetzt Teil unserer Landschaft, hat sie aber auch verändert. Jedes Mal, wenn ich es sehe, fühle ich Schmerz und Trauer."
Wie lange die Katastrophe der "Costa Concordia" noch in Erinnerung bleiben wird, ist fraglich. Im nächsten Frühjahr soll das Wrack abtransportiert werden. Die Vorbereitungen für die komplizierte Aktion sind bereits angelaufen.
(afp)
Der überraschende Schwenk der Rathauskooperation von einer Tourismusabgabe zu einer Beherbergungssteuer zur Verhinderung eines Pflichteintritts für den Park Sanssouci stößt in der Stadt auf ein geteiltes Echo. Welche Lösung hätten Sie bevorzugt?