Moskau - Die Moskauer Polizei hat mehrere Autofahrer für eine Verbrecherjagd wie im Actionfilm benutzt und dabei deren Leben aufs Spiel gesetzt. Auf der Stadtautobahn stoppten Polizisten die Fahrer, damit sie mit ihren Wagen den Weg für ein Fluchtfahrzeug mit mutmaßlichen Taschendieben versperren. Die durchbrachen die Barrikade und ramponierten zwei Autos, in denen noch die Fahrer saßen. Niemand wurde verletzt. Die zwei Verdächtigen seien am Mittwoch nach mehrtägiger Fahndung in Moskau gefasst worden, teilte die Polizei gestern mit. Russische Zeitungen nannten das Vorgehen der Polizei vom vergangenen Freitag skandalös. „Wir hätten getötet werden können“, sagte der 29 Jahre alte Schlosser Stanislaw Sutjagin, der in der Nacht zum 5. März auch angehalten worden war. Russlands Autofahrerverband verlangte, die Verantwortlichen zu bestrafen und die Autobesitzer zu entschädigen. Die Polizei habe kein Recht, einfache Menschen für eine lebensgefährliche Jagd auf Banditen zu missbrauchen.
Innenminister Raschid Nurgalijew entschuldigte sich für das „unprofessionelle Verhalten“ der Polizisten. Der Leiter der zuständigen Polizeidienststelle erhielt eine schwere Rüge. Der Verantwortliche des nächtlichen Polizeieinsatzes wurde entlassen. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Strafverfahren ein. Der russische Präsident Dmitri Medwedew hatte die Zustände in der als kriminell verschrienen Polizei mehrfach kritisiert und vom Innenministerium radikale Reformen gefordert. dpa
Das Stern-Center plant neue Ansiedlungen von Geschäften und Gastronomie-Einrichtungen. Widerspruch dagegen regt sich bei der AG Innenstadt. Finden Sie die Erweiterungspläne sinnvoll?