Joop zeigte neue „Wunderkind“-Kollektion in Paris
Paris - Die Anden, Afrika und der Offizierslook trafen in der Schau von Wolfgang Joops Label „Wunderkind“ am Mittwoch in Paris aufeinander. Joops Prêt-à-Porter-Kleider für die Saison Herbst und Winter 2010/11 erschienen in sanften Erdtönen als gut gemixtes Patchwork. Mäntel wie aus peruanischen Decken, zipfelige Chiffonkleider mit einem matten Leopardenmuster oder geometrischen Zeichen, graue Militärjacken mit roten Streifen an den Passen und Fransen in Goldbeige sowie Anzüge aus Leinen in blassem Khaki zeugten vom großen Farbgefühl des Potsdamer Designers, dessen Unternehmen „Wunderkind“ seinen Sitz in Potsdam am Heiligen See hat. Die „Wunderkind“-Stiefel waren mit Masken im Stil der Primitive Art besetzt. Alles wirkte wie schon in Gebrauch – lauter Lieblingsstücke eben.
Ihre Kreationen zeigten in Paris auch die beiden deutschen Designer Johnny Talbot und Adrian Runhof. Sie übertrugen die Beweglichkeit des Balletts auf ihre Kleider. Schmal, aus bronzefarbenem Brokat, öffneten sie sich zum Tutu der Ballerinen, oder wanden sich in silbrigen Raffungen und mit Reißverschluss im Rücken um den Körper. Drama kam durch knallrote Schuhe und futuristische Accessoires aus Polypropylen dazu. Mehrlagige Abendkleider schillerten in kräftigen Farben. Als Extra-Bonbon gab es am Ende einen Spitzen-Auftritt der Ballerina Lisa Maree Cullum.
Maria Grazia Chiuri und Pier Paolo Piccioli gelang bei Valentino eine leichthändige Kollektion. Frisch, jung und fein wirkten ihre Entwürfe, deren Röcke an Blütenkelche erinnerten. Selbst das für das Traditionshaus typische kräftige Rot erschien neu und modern. Sportlichkeit und Couture mischten sich bei Girbaud. Blousonjacken und Steppmäntel waren durch Raffungen auf Figur gebracht. Hahnentritt- und Karomuster gab es als Druck auf Jeans oder seidigen Stoffen. Nur die bestickten Burkas und Schleier, die viele Models trugen, wirkten ein wenig willkürlich dazu kombiniert.
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