• 18.01.2010

Deutscher unter den Opfern Geschäftsmann hielt sich im Hotel Montana auf

„Wir sind traurig, euch darüber zu informieren, dass Christophs Tod auf dem Gelände des Hotel Montana bestätigt worden ist, Haiti 12/01/2010.“ Diese Nachricht hat die Familie des Deutschen Christoph Redeker auf der Internetseite des sozialen Netzwerks Facebook veröffentlicht. Der 28 Jahre alte Deutsche, der für eine Hamburger Exportfirma arbeitete, hielt sich zum Zeitpunkt des Erdbebens in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince auf. Von ihm fehlte jedes Lebenszeichen. Für Redekers Familie begannen lange Tage der Ungewissheit. Via Facebook starteten sie eine Suchaktion, stellten Bilder ins Internet und baten um Hinweise über das Schicksal des Vermissten.

Tag für Tag wurde das Bild klarer. Zunächst erfuhr die Familie, dass Christoph Redeker gemeinsam mit einem Kollegen und einem Kunden beim Abendessen auf der Terrasse des bei Ausländern beliebten Hotels Montana saß, als die Katastrophe hereinbrach. Das waren keine guten Neuigkeiten, denn das Hotel wurde durch die Erdstöße zerstört, das tonnenschwere Terrassendach brach zusammen. Bilder der Ruine liefen auf allen Fernsehkanälen. Helfer vermuteten rund 200 Opfer unter den Trümmern.

Am Donnerstag keimte jedoch Hoffnung auf: „Christophs Kollege und sein Kunde sind gefunden worden. Das sind großartige Neuigkeiten. Lasst uns optimistisch bleiben“, schrieb die Familie. Und noch in der Nacht zu Freitag gelang es einem Suchtrupp aus Chile, 23 Menschen lebend aus dem Montana zu bergen. Doch Christoph Redeker war nicht darunter. Wo und unter welchen Umständen er gefunden wurde, blieb zunächst unklar. Etwa 30 Deutsche werden nach Angaben des Auswärtigen Amtes noch immer in Haiti vermisst. Immer wieder melden sich aber auch Überlebende. Tsp

  • Erschienen am 18.01.2010 auf Seite 28

Social Media

Das könnte Sie auch interessieren

Umfrage

Das Stern-Center plant neue Ansiedlungen von Geschäften und Gastronomie-Einrichtungen. Widerspruch dagegen regt sich bei der AG Innenstadt. Finden Sie die Erweiterungspläne sinnvoll?