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  • 13.01.2018

BBC-Dokumentation: Kronjuwelen in der Keksdose

Königin Elizabeth II. trägt vor einer Rede zur Parlamentseröffnung in London die Krone. Foto: Adrian Dennis/dpa

65 Jahre sitzt die Queen nun schon auf dem Thron. Anlass genug für die BBC, einen Dokumentarfilm über das britische Königshaus und seine Geheimnisse zu zeigen.

Wertvolle Edelsteine der britischen Kronjuwelen wurden während des Zweiten Weltkriegs in einer Keksdose versteckt und am Schloss Windsor vergraben. In einem Dokumentarfilm anlässlich des 65. Jubiläums der Krönung von Königin Elizabeth II., der am Sonntag ausgestrahlt wird, enthüllt der britische Sender BBC Geheimnisse rund um die Kronjuwelen und lässt die Queen Ratschläge für das Tragen einer Krone geben.

Edelsteine, darunter der berühmte "Rubin des Schwarzen Prinzen" aus der Imperial State Crown wurden demnach unter einem geheimen Notausgang von Schloss Windsor vergraben. Elizabeths Vater, König George VI., ordnete die Aktion an, um die Steine nicht in die Hände der Nazis fallen zu lassen. Dabei handelte es sich um ein solch strenges Geheimnis, dass nicht einmal Elizabeth II., die die Kriegszeit im Schloss verbracht hatte, eingeweiht war. "Besonders schön war, dass die Queen nichts davon wusste. Es ihr zu erzählen wirkte eigenartig", sagte Alastair Bruce, Experte für das britische Königshaus.

"Man kann nicht nach unten gucken, um eine Rede zu lesen"

In dem Dokumentarfilm "The Coronation" spricht Bruce in einem seltenen Interview mit der 91-jährigen Regentin über die Kronjuwelen. Königin Elizabeth II. bezeichnet darin die Imperial State Crown als "sehr schwer" und erzählt von den Schwierigkeiten beim Tragen der edelsteinbesetzten Krone. "Man kann nicht nach unten gucken, um eine Rede zu lesen", sagte sie in einem am Donnerstag vorab veröffentlichten Filmausschnitt. "Wenn man das täte, würde das Genick brechen oder sie (die Krone) würde herunterfallen", sagte die Queen, die im Juni den 65. Jahrestag ihrer Krönung feiert. Außerdem sei das gute Stück "sehr unhandlich". Kronen hätten also einige Nachteile, fügte die Monarchin hinzu, "aber sie sind recht wichtige Dinge".

Die Imperial State Crown ist Teil der britischen Kronjuwelen. Das aktuelle Modell wurde für König Georges Krönung 1937 nach Vorbild des Exemplars von Königin Victoria aus dem 19. Jahrhundert hergestellt. Elizabeth war bei der Krönung ihres Vaters elf Jahre alt.

In der goldenen Kutsche seien die Sprungfedern sehr schmerzhaft gewesen

Die Krone wiegt 1,28 Kilogramm. Die Königin trug sie sowohl bei ihrer Krönung 1953, als auch bei den meisten ihrer jährlichen Auftritte zur zeremoniellen Eröffnung des britischen Parlaments. Die Krone wurde nach dem Tod ihres Vaters für die damals 27-Jährige angepasst. "Sie ist jetzt viel kleiner, nicht wahr?", stellte sie in der Dokumentation fest.

In einem bereits am Montag veröffentlichten Ausschnitt hatte die Queen sich außerdem über die unbequeme königliche Kutsche beschwert. Die Fahrt zu ihrer Krönung sei "schrecklich" gewesen. Die mehrstündige Fahrt mit der goldenen Kutsche vom Londoner Buckingham-Palast zur Kirche Westminster Abbey und zurück war nach ihren Worten „sehr schmerzhaft“. Ihr harter Sitz bestand quasi nur aus Sprungfedern, die mit Leder überzogen waren, wie die Queen berichtete. „Das war nicht sehr komfortabel.“ Die reich verzierte Kutsche stammt aus dem 18. Jahrhundert. (AFP)

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