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  • 13.09.2017

Erster Herbststurm "Sebastian": Sturm und Starkregen in weiten Teilen Deutschlands

Ein umgestürztes Baugerüst hat am Mittwoch einen Passanten in der Hamburger Innenstadt unter sich begraben und lebensgefährlich verletzt. Foto: dpa/ Christian Charisius

Kitas schließen, Fähren stellen den Betrieb ein: Sturmtief "Sebastian" zieht über Norddeutschland. In Hamburg starben zwei Menschen in Folge des Sturms.

Mit heftigen Windböen und Starkregen ist das Sturmtief "Sebastian" am Mittwoch über Teile West- und Norddeutschlands hinweg gezogen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts gab es an der Nordseeküste teils orkanartige Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern. Auch im Binnenland von Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen brachte "Sebastian" vielerorts Sturm, Gewitter und Regen.

Für die Nordseeküsten gab das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie eine Sturmflutwarnung heraus. An der ostfriesischen Küste wurde für den Abend und die Nacht ein Pegel von rund einem Meter über dem mittleren Hochwasser erwartet. Für Nordfriesland wurde mit anderthalb bis zwei Metern über dem mittleren Hochwasser gerechnet.

Für Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein warnte der Wetterdienst weiter vor orkanartigen Böen. Gefahren drohten etwa durch entwurzelte Bäume oder herabstürzende Dachziegel. Wie die Hamburger Polizei dem Tagesspiegel mitteilte, starben bis zum späten Nachmittag zwei Menschen in Folge des Sturms. Ein Mann wurde demnach von einem Gerüst erschlagen. Ein Rollstuhlfahrer ertrank in der Elbe. Die Deutsche Bahn teilte am Nachmittag mit, dass die Zugverbindungen von Hamburg in die Städte Flensburg, Husum und Kiel unterbrochen seien. Die Verbindung Hamburg-Berlin war demnach nicht betroffen. In der Nacht soll sich die stürmische Wetterlage nach Angaben der Meteorologen zunehmend in Richtung Osten verlagern.

Warnungen auch für Hessen und Baden-Württemberg

Für Hessen und Baden-Württemberg gab der Wetterdienst eine Warnung vor Starkregen heraus. Bäche und Flüsse könnten Hochwasser führen, zudem seien Überschwemmungen von Straßen und Erdrutsche möglich. Im Odenwald und im Schwarzwald wurde mit Niederschlägen von mehr als 50 Litern pro Quadratmeter gerechnet, im Saarland von bis zu 30.

Im nordrhein-westfälischen Duisburg riss der Sturm zahlreiche Bäume aus dem Boden. Laut Polizei kippten Bauzäune und Beschilderungen um. Auch eine Ampel wurde abgeknickt. Mehrere Autos wurde beschädigt, verletzt wurde niemand. Aus Münster wurde Ähnliches gemeldet. Hier wurde eine Frau durch Glassplitter einer zerborstenen Tür verletzt.

Auch die niedersächsische Polizei meldete zahlreiche Einsätze. So sorgte "Sebastian" etwa in den Landkreisen Verden und Osterholz für entwurzelte Bäume und umherfliegende Gegenstände. Straßen mussten vorübergehend gesperrt werden. "Die Polizei, die Feuerwehren und die Straßenmeistereien haben zur Zeit alle Hände voll zu tun", hieß es.

Stadt Flensburg riet Bürgern, nicht ins Freie zu gehen

Die Stadt Flensburg in Schleswig-Holstein riet ihren Bürgern, sich in den Nachmittagsstunden nicht im Freien aufzuhalten. Städtische Kindertagesstätten wurden geschlossen, auch den Schulen wurde eine Schließung empfohlen. Städtische Veranstaltungen mit Beteiligung der Öffentlichkeit wurden abgesagt.

Im baden-württembergischen Karlsruhe löste sich laut Polizei eine Sicherung an einem Baukran, woraufhin der Wind dessen Arm erfasste und drehte. Eine an dem Arm hängende Kette beschädigte drei Häuser und blieb in einer Stromleitung hängen, die aber heil blieb. Auch aus dem badischen Ortenaukreis wurden kleinere Sturmschäden gemeldet. (Tsp, dpa)

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