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  • 29.01.2015
  • von Peter Könnicke

Streit mit Potsdam - Asyl auf St. Pauli: Nulldrei stellt Stadionbetrieb im „Karli“ ein

von Peter Könnicke

Dieses Bild wird bald der Vergangenheit angehören. Foto: Manfred Thomas

Der Streit zwischen dem SV Babelsberg 03 und der Stadt Potsdam um die Bewirtschaftungskosten für das Karl-Liebknecht-Stadion eskaliert. Der Regionalligist zieht nun drastische Konsequenzen.

Potsdam - Im Streit mit der Stadt um Bewirtschaftungskosten für das Karl-Liebknecht-Stadion zieht der SV Babelsberg 03 (SVB) die Reißleine. „Wir werden mit Ablauf des Monats den Stadionbetrieb einstellen“, sagte der SVB-Vorstandsvorsitzende Archibald Horlitz am Mittwoch den PNN. Den drei Stadionmitarbeitern werde der Verein kündigen, erklärte er weiter. Nur den Trainingsbetrieb auf den Nebenplätzen wolle der Verein aufrechterhalten.

Der Verein sieht sich nicht in der Lage, in Vorkasse zu gehen

Da die Stadt seit vergangenem Herbst vom Verein verlange, bei anfallenden Investitionen für das Stadion in Vorkasse zu gehen und den städtischen Anteil von rund 73,5 Prozent erst nach Vorlage aller Rechnungsbelege und Verwendungsnachweise zahle, sehe sich der SVB nicht mehr in der Lage, den Betrieb zu gewährleisten. „Seit Oktober haben wir lediglich 18.000 Euro von der Stadt bekommen“, sagte Horlitz.

Die Stadt Potsdam lässt die Finanzen des Vereins prüfen

Einem Gutachten zufolge sind die jährlichen Bewirtschaftungskosten für das Stadion mit 415.000 Euro beziffert. Davon trägt die Stadt 305.000 Euro, die Zahlung ist in einem Erbpachtvertrag zwischen Kommune und Verein geregelt. Lange Zeit war es zwischen beiden Seiten Praxis, dass der Verein notwendige Reparatur- und Investitionsmaßnahmen anmeldete, seinen Eigenanteil von 26,5 Prozent zahlte und die Stadt zeitnah ihren Zuschuss überwies. Mit Verweis auf vermeintliche Unregelmäßigkeiten fordert die Stadt inzwischen, dass der Verein zu 100 Prozent in Vorleistung gehen soll. Zudem hat sie das Wirtschaftsprüfunternehmen KPMG beauftragt, die Finanzunterlagen des Vereins der Jahre 2013 und 2014 zu prüfen.

Horlitz geht davon aus, dass es keine Beanstandungen geben wird. Doch solange das Prüfergebnis nicht vorliegt, werde die Stadt vom Prinzip der Vorkasse nicht abweichen. „Das kann der Verein nicht leisten“, wiederholte Horlitz nun und fügte hinzu: „Alles Geld, was der Verein noch hat, wird nun auch in den Verein und nicht ins Stadion fließen.“

Heimspiele bei St. Pauli, im Berliner Mommsenstadion und im Poststadion?

Für den Fußball-Regionalligisten würde das auch bedeuten, dass er nach der Winterpause seine Heimspiele zunächst nicht im Karl-Liebknecht-Stadion austrägt. „Der FC St. Pauli hat uns bereits Asyl am Millerntor gewährt“, so Horlitz. Auch das Berliner Mommsenstadion oder das Poststadion des Berliner AK kämen in Betracht. Betroffen wären die Heimspiele gegen den 1. FC Magdeburg (1. März), gegen Budissa Bautzen (15. März) und gegen den BFC Dynamo (29. März). Auch für das Halbfinale im Landespokal gegen Energie Cottbus würde sich der Verein laut Horlitz eine Alternative suchen. Offen ließ er die Frage, wo der 1. FFC Turbine Potsdam seine Heimspiele in der Frauenfußball-Bundesliga austragen wird. 

  • Erschienen am 29.01.2015 auf Seite 01

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