Wenn die Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel heute nach Potsdam kommt, trifft sie auf einen zerstrittenen Landesverband. Katherina Reiche (l.) gilt als Vertraute der Kanzlerin und will wieder in den Bundestag, aber die Karrierepläne der innerparteilichen Kanzlerkritikerin Saskia Ludwig (r.) werden zur Belastungsprobe. Fotos: dpa(2)/dapd
Brandenburgs frühere CDU-Landeschefin Saskia Ludwig gilt als Merkel-Kritikerin – und will jetzt in den Bundestag. Das irritiert die Bundesspitze und stört den Neuanfang ihres Nachfolgers Schierack. Heute tritt die Kanzlerin in Potsdam auf.
Potsdam - In der Bundes-CDU sorgen die Bundestagsambitionen der früheren brandenburgischen CDU-Landesvorsitzenden Saskia Ludwig für Irritationen. In der Berliner Führung herrscht Unverständnis darüber, dass Ludwig nach ihrem Scheitern als Landeschefin die bisherige Potsdamer Abgeordnete Katherina Reiche, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, aus dem Bundestag verdrängen will. Das erfuhren die PNN am Wochenende aus dem Umfeld von Kanzlerin und Parteichefin Angela Merkel, die am heutigen Montag auf einer Regionalkonferenz der Landesverbände Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt in Potsdam auftritt.
Auf der Veranstaltung wird der Machtkampf um die CDU-Direktkandidatur in Potsdam und Umgebung aber keine Rolle spielen. Im Mittelpunkt steht der Kurs der Kanzlerin, den Ludwig allerdings als CDU-Landeschefin mehrfach offen kritisiert hatte. Die designierte Generalsekretärin Anja Heinrich warnt, dass ein Einzug Ludwigs in den Bundestag das Verhältnis zur Bundespartei und den Neuanfang in der Landes-CDU mit dem künftigen Parteichef Michael Schierack belasten würde. Am Sonntag erklärten die geschäftsführenden Vorstände der Frauen-Union und der Senioren-Union Brandenburgs ihre Unterstützung für Reiche. Die übereilt herbeigeführte Personalentscheidung der CDU über die Bundestagskandidatur im Wahlkreis Potsdam und Potsdam-Mittelmark sei wenig hilfreich, sagte der der Vorsitzende des Landesvorstandes der Senioren Union Brandenburg, Ingo Hansen. Es sei widersinnig, zum gegenwärtigen Zeitpunkt den Eindruck zu erwecken, als hätte die Partei es nötig, bei voller Fahrt die Pferde zu wechseln. „Wir haben mit Frau Reiche eine sehr erfolgreiche Politikerin im Bundestag, die das ungeteilte Vertrauen der Senioren Union Brandenburg besitzt und deren Leistungen von uns ausdrücklich anerkannt werden“, so Hansen. „Die Gesamtmitgliederversammlung, der nach dem Statut die Entscheidung zusteht, sollte unser Votum für Frau Reiche wohlbedacht in Rechnung stellen.“
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