In Brandenburgs rot-roter Landesregierung führt der Streit um die Zukunft der Braunkohle und die Ausrichtung der Klimapolitik zum offenen Bruch zwischen zwei Linke-Ministern: Umweltministerin Anita Tack und Wirtschaftsminister Ralf Christoffers. Foto: dpa
In Brandenburgs rot-roter Landesregierung führt der Streit um die Zukunft der Braunkohle und die Ausrichtung der Klimapolitik zum offenen Bruch zwischen zwei Linke-Ministern: Umweltministerin Anita Tack und Wirtschaftsminister Ralf Christoffers.
Potsdam -Tack lastet dem Wirtschaftsressortchef an, zugunsten des Energiekonzerns Vattenfall nicht an den Zielen des Landes und der Linie der Linke zur Verminderung des Kohlendioxid-Ausstoßes festzuhalten. Christoffers wiederum wirft Tack vor, bei der Erarbeitung einer neuen Klimastrategie des Landes gezielt die Arbeit seines Hauses hintertreiben zu lassen. „Christoffers ist mit Tack durch“, sagte ein Regierungsmitglied. Eskaliert ist der seit Monaten schwelende Streit nach PNN-Informationen am Wochenende und am Montag, nachdem Christoffers die Schriftfassung eines Papiers aus dem Tack-Ministerium erhielt, das er als offenen Affront ansehe, hieß es aus Linke-Führung und Regierung.
Dabei handelt es sich um eine 30-seitige Zuarbeit des Tack-Ministeriums zur Energiestrategie, die Christoffers Anfang kommenden Jahres vorlegen soll. Das Papier war am Freitag in einer regierungsinternen Arbeitsgruppe vorgetragen worden. Darin werden auftragsgemäß Prognosen zum Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) in Brandenburg untersucht. In einer Zusammenfassung in seiner „Kurzgutachten“ genannten Zuarbeit habe ein Referent des Landesumweltamtes nach Christoffers Ansicht unzulässig persönliche Wertungen getroffen. Christoffers lastet Tack nun an, die Meinung eines Mitarbeiters einer nachgeordneten Behörde zu ihrer Hauslinie gemacht und das Papier in der Koalition verschickt zu haben. Justizminister Volkmar Schöneburg und Finanzminister Helmuth Markov (beide Linke) teilen die Verfahrenskritik, hieß es.
Tack, die nächste Woche zum Weltklimagipfel ins südafrikanische Durban fliegt, drängt wie große Teile der Partei auf eine unbedingte Einhaltung der Klimaschutzziele für das Jahr 2030. Christoffers wolle die bisherigen Zielmarken zum CO2-Ausstoß aufweichen. Er argumentiere, dass ohne signifikante Einbußen bei der Verstromung von Braunkohle in der Lausitz eine nennenswerte Reduktion unmöglich sei – immerhin stamme aus den Kohlekraftwerken Vattenfalls mehr als die Hälfte der CO2-Emissionen im Land. Nach Tacks Vorstoß musste Christoffers nun eine Passage im nahezu fertiggestellten Strategiepapier zum CO2-Ziel zurücknehmen. Zunächst, so Tack, müssten drei Zuarbeiten aus ihrem Ressort zu den Folgen der Energiestrategie für Klimaschutz, Wasserhaushalt und Naturschutz in Christoffers Strategie-Entwurf eingearbeitet werden. Doch zwei Papiere blieb sie am Freitag schuldig.
Tacks „Kurzgutachten“ zufolge könnte Brandenburg die Klimaschutzziele zur Senkung des jährlichen CO2-Ausstoßes (von 54,6 Millionen Tonnen im Jahr 2020 auf 22,8 Millionen Tonnen im Jahr 2030) durchaus erreichen – allerdings nur ohne den Neubau eines Braunkohlekraftwerkes in Jänschwalde, aber mit einer Modernisierung des Kraftwerks Schwarze Pumpe bis zum Jahr 2045. Selbst das Reduktionsziel für das Jahr 2020 würde demnach um vier Millionen Tonnen unterschritten.
Christoffers will nach PNN-Informationen einen Zielkorridor von jährlich 25 bis 35 Millionen Tonnen CO2. Der Minister und auch Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) haben bereits angekündigt, dass sie den Neubau von Vattenfalls Kohlekraftwerk in Jänschwalde, der ab etwa 2025 ansteht, – im Gegensatz zu früheren aussagen Platzecks – auch ohne CCS für notwendig halten. Damit verbunden sind auch die Pläne Vattenfalls für die neuen Tagebaue Jänschwalde-Nord und Welzow-Süd. Christoffers steht damit auf der Seite des Regierungspartners SPD. Die Linke dagegen ist gegen neue Tagebaue und Kohlekraftwerke ohne CO2-Abscheidung. Linke-Fraktionschefin Kerstin Kaiser dazu: „Wir haben einen gültigen Koalitionsvertrag und der lässt neue Kraftwerke nur bei einer drastischen Verringerung des CO2-Ausstoßes zu. Die Entscheidungen sind offen. Wir warten die Vorlage der Energiestrategie 2030 ab.“
In der Linke-Führung fühle man sich angesichts des offenen Kampfes zwischen Tack und Christoffers in einer internen Einschätzung bestätigt, hieß es, wonach die Partei in der Regierung Mängel in Koordination und Strategie habe. Zu diesem Schluss war das Dresdner Institut für Medien, Bildung und Beratung erst vor zwei Wochen in einer von der Linke bestellten Untersuchung gekommen. Christoffers, so hieß es nun, habe zumindest erwartet, dass sich Tack mit ihren Bedenken zunächst informell bei ihm melde, um nach einer Lösung zu suchen. (mit leg)
Die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in Schönefeld wird sich deutlich verzögern. Sollte das Ihrer Meinung nach personelle Konsquenzen haben?
25 Kommentare
Michael Springer 02.12.2011 22:36
P.S: Trollsicherung:
http://pnn-timestamp.webmode.com/
CO2 wird Industrie-Rohstoff werden müssen!
Was mache Trolle so denken ???????
Leider stecken die Technologien noch in den Anfängen!
Nachdem die CCS-Technologie sich als Sackgasse herausstellt - brauchen die Menschen in der Lausitz auch eine Hoffnung!
Die Politik sollte aus der Ecke kommen, und neue Perspektiven angehen:
http://www.bmbf.de/press/2945.php
Vorsicht vor Links in offenen Foren welche auf ausländische Seiten verlinken und welche vorgeben vom Inhaber des Forums zu sein.
Der Link unten ist NICHT von der pnn
Linkwarnung
Was soll man also machen, außer die Braunkohle noch etwas länger zu verwenden? AKWs bauen? Den Mindestabstand von Windkraftwerken zu Dörfern und bedrohten Vogelarten auf Null senken?
Dass man langfristig aus der Kohle aussteigen sollte - keine Frage! Aber der Ausstieg sollte nur in dem Maße von statten gehen, wie die Alternativen aufgebaut werden.
Was soll man also machen, außer die Braunkohle noch etwas länger zu verwenden? AKWs bauen? Den Mindestabstand von Windkraftwerken zu Dörfern und bedrohten Vogelarten auf Null senken?
Dass man langfristig aus der Kohle aussteigen sollte - keine Frage! Aber der Ausstieg sollte nur in dem Maße von statten gehen, wie die Alternativen aufgebaut werden.
... morgen früh kommen dann die Sammelmeldungen zu Trollversuchen!
dies ist natürlich ein Fake der Trolle
Michael Springer alle Meldungen morgen werden Fakes sein Ich werde unterwegs sein nach Riedrode
Michael Springer
sie machen sich selbst mit solchen Links lächerlich
hier nimmt sie schon seit langen keiner Ernst
http://www.youtube.com/watch?v=h3fbJFYQZTs
... der wahre Troll ist um 23:24 wieder aktiv geworden!
sie nerven
Die beleidigte Leberwurst trollt wieder herum und macht das:
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
von Michael Springer30.11.2011 23:24
Neue Trollmeldung von Michael Springer
... der wahre Troll ist um 23:16 wieder aktiv geworden!
könnten sie das lassen bitte
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
hier ein erster bildhafter Eindruck vom Troll:
http://www.youtube.com/watch?v=h3fbJFYQZTs
... der wahre Troll ist um 23:16 wieder aktiv geworden!
könnten sie das lassen bitte
... der wahre Troll ist um 23:16 wieder aktiv geworden!
könnten sie das lassen bitte
von Michael Springer30.11.2011 22:58
... der Troll ist um 22:58 wieder aktiv geworden!
Kohle ist auch Arbeit dies sollte man nicht vergessen
von Michael Springer30.11.2011 14:03
Anmerkung:
Ich habe nicht vor etwas zum Thema zu sagen!
Diese weiter betreiben, neu bzw. wieder in Betrieb nehmen entspricht nicht mehr dem heutigen Zeitgeist.
Hier kann man Frau Tack nur zustimmen.
Den wirksamsten klimapolitischen Beitrag kann unser Land leisten, wenn es die Verstromung der Braunkohle beendet, die für den Hauptanteil des freigesetzten Kohlendioxids verantwortlich ist. Daher ist ein mittelfristige Ausstieg aus der Braunkohleverstromung nötig. Notwendige Übergangsstrategien müssen die Umweltverträglichkeit der Braunkohleverstromung verbessern sowie wirtschaftliche und soziale Perspektiven für die Zeit nach der Braunkohle eröffnen. Dafür sollte die Zusammenarbeit mit Sachsen verstärkt werden.
Die Energiepolitik in Brandenburg muss sich nicht nur auf steigende Energieeffizienz und Energieeinsparung orientieren, sondern in erster Linie auf den wachsenden Einsatz erneuerbarer Energien ausgerichtet sein. Damit können Braunkohle und andere fossile Energieträger schließlich ersetzt werden. Wir brauchen einen ökologischen Mix aus Wind, Bioenergie, Geothermie und Solarenergie.
In der Lausitz würden die Lichter schon ausgehen.
Es werden damit Arbeitsplätze und die Energiesicherheit ersatzlos gefährdet, allein auf der Grundlage willkürlich festgelegter Ziele. Darüber hinaus bergen die bedingt durch die reichhaltigen Subventionen für erneuerbare Energien steigenden Strompreise (den Erzeugern werden als Anreiz immerhin Mondpreise garantiert) sozialen Sprengstoff.
Moderne (!) Braunkohlekraftwerke verfügen über einen hohen Wirkungsgrad, Braunkohle kann in Brandenburg gefördert werden, muss also nicht aufwändig über den Planeten transportiert werden, womit ideale Voraussetzungen bestehen, Brandenburg als wichtigen Energiestandort zu erhalten.
Es gibt nicht nur die Bedrohung durch den Klimawandel - auch die Endlichkeit wichtiger Rohstoffe und die weiter um sich greifende Umweltbelastung zwingen zu einem radikalen Umdenken.