• 05.07.2010

Matthies meint: Deutschlands Höhenflug

Thomas Müller, der vor 20 Jahren ohne Hilfe der Eltern noch nicht einmal laufen konnte, hat seinen Marktwert in den letzten Wochen angeblich von zehn auf 37 Millionen Euro gesteigert. Experten gehen davon aus, dass sich diese Summe mit jedem weiteren Tor erhöht. Mit zwei oder drei Treffern im Finale könnte Müller also leicht den Wert eines fabrikneuen Airbus A 318 erreichen – was nach Ansicht anderer Experten durchaus überraschend ist, weil der Jungfußballer offenbar nicht einmal fliegen kann und über keinen einzigen Notausgang verfügt.

Generell scheint es sich aber beim Fußball um eine finanziell einträgliche Sache zu handeln. Der Wert der deutschen Nationalmannschaft insgesamt dürfte nach dieser Entwicklung ungefähr dem Bruttoinlandsprodukt von Bosnien-Herzegowina und Mazedonien zusammen entsprechen. Bundesfinanzminister Schäuble hat dies zur Kenntnis genommen und erwägt bereits, dem DFB für die Nutzungsrechte des Namens „Deutschland“ beziehungsweise „Schland“ eine angemessene Lizenzgebühr in Rechnung zu stellen.

Nach dem Gewinn der Europameisterschaft 2012 und der WM 2014, so heißt es, könne damit die Reform der Rentenkassen abgeschlossen werden. Auch die Gratisversorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln nach dem Prinzip „All you can eat“ sei finanzierbar.

Das Wunder ist also machbar, setzt aber einen Sieg gegen Spanien am Mittwoch voraus. Und es muss natürlich darüber nachgedacht werden, wie das deutsche Fußballwunder nach der Abdankung der jetzt erfolgreichen Mannschaft verstetigt und verbreitert werden kann. Als „Traumkonstellation“ (Bunte- Chefredakteurin Patricia Riekel) gilt dabei eine Verehelichung von Thomas Müller mit Lena Meyer-Landrut, deren aktueller Marktwert von Experten auf 13 Millionen hannoversche Goldmark geschätzt wird, und das, obwohl sie fußballerisch wenig Glanz verbreitet und weder fliegen noch singen kann.

Beiden sollte es aber relativ rasch gelingen, Hand in Hand zu Fuß den Maschsee zu überqueren und dabei die Nationalhymne zu intonieren. Günter Jauch würde das Ereignis vom Tretboot zusammen mit Heidi Klum kommentieren, ein Sommermärchen! Ja, Deutschland ist wirklich schwer im Kommen.

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