Potsdam – Der Rockerclub „Hells Angels“ macht in der Region mit Schutzgelderpressung massiv Geschäfte, nun geht die Polizei verstärkt dagegen vor und liefert immer mehr Beweise für die dunklen Machenschaften. Drei Mitglieder des Clubs sitzen seit Mittwoch in Untersuchungshaft, das Amtsgericht Potsdam erließ gegen sie Haftbefehle wegen schwerer räuberischer Erpressung.
Darunter ist ein führendes, 41 Jahre altes Mitglied der „Hells Angels MC Nomads“, dem gefürchteten „schlagenden Arm“ der Gruppierung, die sich in der Region schon brutale Auseinandersetzungen mit dem verfeindeten Club „Bandidos“ geliefert hat. Es geht um die Vorherrschaft bei Drogen- und Waffengeschäften, aber auch um Einflussgebiete im Sicherheitsgewerbe und Prostitution. Bei den beiden anderen Verhafteten handelt es sich um ein weiteres 22 Jahre altes Nomads-Mitglied und einen 41-jährigen Rocker der „Hells Angels“-Niederlassung in Potsdam. Festgenommen wurden die Männer in Potsdam-Mittelmark und Barnim. 230 Beamte aus Brandenburg, Berlin und Sachsen waren am Mittwochmorgen an dem großangelegten Polizeieinsatz beteiligt. Sie durchsuchten insgesamt 13 Objekte, davon neun in Potsdam–Mittelmark sowie jeweils zwei in Berlin und im Barnim. Dort beschlagnahmte die Polizei umfangreiche Beweise, darunter Drogen. Näheres wollten Staatsanwaltschaft und Polizei nicht mitteilten, denn die Behörden haben weitere Rocker im Visier. Ein Ermittler sagte: „Bisher wurde immer nur darüber geredet, nun können wir die Schutzgelderpressung auch nachweisen.“ Die Spuren führen nach Eberswalde und Umgebung. Bereits Anfang Januar war dort ein Mitglied der „Hells Angels Nomads“ wegen versuchter Tötung eines Rivalen von den „Bandidos“ verhaftet worden. Insgesamt kamen vier Männer wegen räuberischer Erpressung und Drogenhandels in Untersuchungshaft. In mindestens zwei Fällen sollen sie Schutzgeld erpresst und die Opfer dabei „körperlich misshandelt“ haben. A. Fröhlich
Das Stern-Center plant neue Ansiedlungen von Geschäften und Gastronomie-Einrichtungen. Widerspruch dagegen regt sich bei der AG Innenstadt. Finden Sie die Erweiterungspläne sinnvoll?