Berlin - Der evangelische Bischof von Berlin und Brandenburg, Markus Dröge, hat einen Vormarsch der Traditionalisten innerhalb des Christentums beklagt. „Mit fundamentalistischen Tendenzen hat auch der christliche Glaube weltweit zu kämpfen“, sagte Dröge zur Eröffnung der „Woche der Brüderlichkeit“ laut am Sonntag in Berlin. Es gebe eine „Inflation von Werten, von Maßstäben, von mit moralischen Anspruch vorgetragenen Standpunkten“, die „emotional schrill, aber doch unverbindlich“ vorgebracht würden. „Es gibt nicht zu wenig Werte, es gibt zu viele“, sagte der Bischof. „Wir haben den Überblick verloren.“ Als höchstes Gut der westlichen Kultursphäre gelte „die Autonomie des Einzelnen“. Vor diesem Hintergrund würden immer stärker „traditionsgeleitete Kulturen und Mentalitäten im Westen heimisch, die sich auf feststehende, indiskutable Normen berufen. „Und damit meine ich nicht nur die Traditionalisten islamischer Provenienz, auch im Christentum entsteht die Sehnsucht nach unhinterfragbaren Werten.“ dpa
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