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  • 29.01.2018
  • von Thorsten Metzner

Neue Verzögerungen am BER

von Thorsten Metzner

Bauarbeiten im Terminal dauern mindestens bis Ende 2018 / Berlins Regierender bringt Teileröffnung des Flughafens ins Spiel

Berlin/Potsdam - Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat überraschend eine stufenweise Eröffnung des neuen Hauptstadt-Airportes in Schönefeld ins Spiel gebracht. Und das nur wenige Wochen, nachdem der Oktober 2020 nunmehr als neuer offizieller BER-Eröffnungstermin bekannt gegeben worden war. Die Aussagen Müllers nähren prompt Befürchtungen, dass auch dieser Eröffnungstermin wieder ins Rutschen geraten könnte.

Nach PNN-Informationen verzögert sich aktuell tatsächlich das Ende der Bauarbeiten im Terminal, bislang für Ende August 2018 vorgesehen, auf den Jahreswechsel 2018/2019, was kalkulierte Puffer und Reserven im Terminplan minimiert. Es gibt als wieder einmal Verzögerungen um einige Monate.

„Vielleicht wird es eine schrittweise Eröffnung geben“, sagte Müller nun in einem „Morgenpost“-Interview. In der Geschichte des ins Trudeln geratenen Milliardenprojektes waren Teilinbetriebnahmen immer dann Thema, wenn die BER-Eröffnung in weitere Ferne rückte – etwa einst unter Flughafenchef Hartmut Mehdorn.

Überrascht auf die Aussagen Müllers, der bis Frühjahr 2017 immerhin Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft Berlins, Brandenburgs und des Bundes war, reagierte Brandenburg als zweiter BER-Haupteigner. „Uns sind keine aktuellen Planungen in diese Richtung bekannt“, sagte Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke) am Sonntag gegenüber den PNN. Er verwies auf Aussagen von Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup im Brandenburger Landtag vor wenige Tagen, wo der BER-Chef den Eröffnungstermin im Oktober 2020 bekräftigt und von einem Umzug des Flughafens Tegel nach Schönefeld in zwei Schritten „innerhalb von 14 Tagen“ gesprochen hatte.

Im Gegensatz zum auch vom Aufsichtsrat beschlossenen Eröffnungsfahrplan hat Berlins Regierender Michael Müller (SPD) jetzt konkret erklärt, dass das geplante neue Terminal (T1E), das für sechs Millionen Passagiere neben dem Nordpier bis Frühjahr 2020 errichtet werden soll, schon vor dem BER-Start in Betrieb gehen könnte. „Politisch können wir uns das vorstellen“, so Müller. „Die Experten müssen aber entscheiden, ob das fachlich Sinn macht.“

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup, der vor dem Wechsel zum Flughafen Müllers BER-Koordinator im Roten Rathaus war, hatte solchen Überlegungen auch im Zusammenhang mit den etwa von Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter erhobenen Forderungen nach einem Plan B bislang eine Absage erteilt. Eine frühere BER-Eröffnung wäre es ohne das Hauptterminal ohnehin nicht.

Die Flughafengesellschaft (FBB) bemühte sich am Sonntag nach der Intervention der Politik um ein diplomatisches Dementi. „An unseren Planungen hat sich nichts geändert“, sagte Flughafensprecher Hönemann. „Die Eröffnung des BER ist im Oktober 2020.“ Sollte sich herausstellen, dass etwas früher fertig werde, könne man dies in Überlegungen einbeziehen. „Es bleibt bei der BER-Eröffnung im Oktober 2020.“

Hinzu kommt, dass auch das Frühjahr 2020 als Fertigstellungstermin für das neue Terminal (T1E) für Billigairlines, das die Flughafengesellschaft für 100 Millionen Euro errichten will, bislang nur auf dem Papier steht. Es gibt keinen Bauantrag und erst recht keinen Bauauftrag. Auch dieser Zeitplan ist also ehrgeizig. Gegenüber den PNN hatte Flughafenchef Lütke Daldrup jüngst angekündigt, für das Ausbauprogramm zur Erweiterung des zu kleinen BER eine neue Projekt- und Baugesellschaft gründen zu wollen.

  • Erschienen am 29.01.2018 auf Seite 01

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