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  • 18.08.2017

Lufthansa liegt vorn

Air Berlin: Verkaufsverhandlungen beginnen heute

Berlin - Die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin könnte deutlich schneller zerschlagen werden als bislang erwartet. Bereits für diesen Freitag sind konkrete Verkaufsverhandlungen für die zweitgrößte deutsche Airline geplant. Der deutsche Marktführer Lufthansa will sich aus der Insolvenzmasse einen großen Teil der Flugzeuge sichern. Es könne um rund 90 der 144 Flugzeuge gehen, wurden am Donnerstag entsprechende Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ in Unternehmenskreisen bestätigt. Dabei verhandelt Lufthansa vorerst offenbar exklusiv mit Air Berlin: „In den Gesprächen ist erst mal nur die Lufthansa“, sagte deren Vize-Aufsichtsratschefin, das Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. Die Lufthansa werde zunächst einmal ihre Pläne vorstellen. Erst danach soll es weitere Gespräche mit der britischen Fluggesellschaft Easyjet und Tuifly geben. Außerdem wolle Lufthansa die Air-Berlin-Tochter Niki komplett übernehmen. Air Berlin hatte am Dienstag Insolvenz angemeldet.

Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, neben der Lufthansa stehe Air Berlin „mit zwei weiteren Interessenten aus der Luftfahrt in Kontakt“. Alle Unternehmen, mit denen Gespräche liefen, seien „in finanzieller Hinsicht seriös“ und vom Volumen her „ausreichend groß, um Air Berlin eine sichere Zukunft zu bieten“. Um wen es sich handelte, ließ er offen.

Die Marke Air Berlin wird wohl verschwinden. Bleiben sollen aber zumindest die wichtigsten Verbindungen der insolventen Fluggesellschaft. Nach Informationen dieser Zeitung hat die Lufthansa zugesichert, bei einer Übernahme von Teilen Air Berlins die Amerika-Flüge im Programm zu lassen. Ein Drehkreuz würde der neue Berliner Flughafen BER dadurch aber nicht werden. Im Vergleich zu den großen Knotenpunkten Frankfurt am Main und München spiele Berlin seit jeher eine untergeordnete Rolle, sagte der ehemalige Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) dieser Zeitung.

Air-Berlin-Kunden können derzeit keine Bonus-Meilen in Prämien oder Flüge einlösen. Dieser Dienst des Vielflieger-Programms Topbonus sei vorübergehend nicht verfügbar, teilte eine Etihad- Sprecherin mit. Man warte auf zusätzliche Informationen von Air Berlin. Die arabische Fluggesellschaft Etihad ist Eigentümerin von Topbonus und Großaktionärin der Air Berlin.

  • Erschienen am 18.08.2017 auf Seite 01

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