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  • 11.12.2013
  • von Michael Meyer

Koc-Wechsel perfekt

von Michael Meyer

Verlust für Nulldrei. Süleyman Koc wechselt vom SVB zum SC Paderborn. Foto: Kuppert

Stürmer verlässt Babelsberg 03 Richtung Paderborn

Potsdam - Nun ist es amtlich: Süleyman „Sülo“ Koc wird in der Winterpause vom Fußball-Regionalligisten SV Babelsberg 03 zum Zweitligisten SC Paderborn wechseln. Das bestätigte der Babelsberger Verein, der für den Stürmer eine fünfstellige Ablösesumme erhalten soll, am Dienstag. „Ich bin sehr erleichtert, dass es jetzt klappt“, sagte Koc, der in Paderborn einen Vertrag bis zum 30. Juni 2016 unterschrieben hat, den PNN. „Allerdings ist man auch ein bisschen traurig, wenn man geht, denn ich hatte in Babelsberg eine sehr gute Zeit. Vor allem bei Trainer Dietmar Demuth, aber auch bei seinen Nachfolgern Christian Benbennek und jetzt bei Cem Efe, der mir immer wieder die Ohren langgezogen hat, wenn ich locker gelassen habe. Dass ich jetzt in die zweite Liga gehe, ist auch ein gutes Zeugnis für Babelsberg.“

Der Wechsel des Nulldrei-Publikumslieblings war schon seit Langem öffentlich im Gespräch und wurde nun möglich, da Koc zum 1. Januar 2014 vorzeitig aus der Haft entlassen wird. Im Dezember 2011 war der jetzt 24-Jährige wegen der Beteiligung an mehreren Raubüberfällen auf Berliner Automatencasinos zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Im April jenes Jahres war Koc verhaftet worden; bis dahin hatte er seit seinem Wechsel 2010 von Türkiyemspor Berlin an den Babelsberger Park 26 Drittliga-Partien für den SVB bestritten. Seit dem Frühjahr 2012 durfte der Deutsch-Türke wieder bei Nulldrei mittrainieren, da er nun im offenen Vollzug war, im Sommer des gleichen Jahres erhielt er wieder einen Vertrag bei den Babelsbergern; seine Wiederverpflichtung wurde als wichtiger Schritt zu seiner Resozialisierung gewertet. In der vergangenen Saison bestritt Koc 29 Drittliga-Partien, nach dem Abstieg in die Regionalliga war er der Leistungsträger der Nulldreier, für die er in 14 Spielen achtmal traf. „Sülo werden wir nicht ersetzen können“, sagt SVB-Cheftrainer Efe.

Dennoch wünscht der Verein seinem scheidenden Kicker in einer Pressemitteilung alles Gute auf seinem weiteren Weg. Koc werde „sicher auch nach seinem Weggang einen Kultstatus in Babelsberg behalten“, heißt es. Wahrend beim SVB nun eher die Wehmut vorherrscht, freut man sich in Paderborn schon auf die offensive Neuverpflichtung. Präsident Wilfried Finke habe sich persönlich in den Wechsel von Koc zum SCP eingeschaltet, heißt es auf der Homepage des Zweitligisten. „Ich habe den Spieler persönlich kennengelernt“, wird Finke dort zitiert. „ Jeder hat im Leben eine zweite Chance verdient.“ Paderborns Cheftrainer Andre Breitenreiter sagt über die zusätzliche Alternative in seinem Kader: „Süleyman Koc verfügt über eine hohe Geschwindigkeit und ist im 1:1-Duell sehr stark. Er kann auf der Außenbahn oder auch als hängende Spitze spielen.“ Und Michael Born, der Manager Sport des SCP, dankt dem SV Babelsberg 03: „Wir freuen uns, dass der Wechsel schon zur Winterpause 2013/2014 klappt. Die Gespräche mit den Verantwortlichen des SV Babelsberg 03 waren sehr angenehm und konstruktiv. Süleyman Koc hat absolut das Zeug für die 2. Bundesliga“.

Das will der scheidende Babelsberger ab Januar beweisen. „In dieser Woche trainiere ich hier aber noch mit“, erklärte Süleyman Koc. „Und auf unserer Weihnachtsfeier am Freitag werde ich mich dann von den Nulldreiern verabschieden.“ Michael Meyer

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