Übers Netz. Anika Zülow (rechts) bringt hier, beobachtet von ihrer Klubkollegin Lisa Rühl, das Spielgerät in die Hälfte des VC Olympia Berlin, ehe ihr der letzte entscheidende Punkt für den SC Potsdam gelingt. Foto: Olaf Möldner
Beim 3:0 des SC Potsdam gegen VC Olympia Berlin gelang Anika Zülow der entscheidende letzte Punkt
Anika Zülow strahlte über das ganze Gesicht. „Das war ein unglaublich gutes Gefühl“, sagte die Volleyballerin, nachdem sie am Samstagabend gerade mit einem Schmetterschlag den entscheidenden letzten Punkt zum 3:0 (25:22, 25:16, 25:23)- Heimsieg des Volleyball-Erstligisten SC Potsdam gegen VC Olympia Berlin erzielt und sich selbst so nachträglich ein schönes Geschenk zum 24. Geburtstag eine Woche zuvor gemacht hatte. Kurz davor war sie, von Zuspielerin Elisa Muri gut in Szene gesetzt, noch am Berliner Block gescheitert. „Natürlich ärgert man sich da. Aber dass Elisa mir gleich darauf mit einem erneuten Pass noch mal die Chance gab, war ganz stark von ihr“, meinte die Außenangreiferin nach ihrem ersten Heimspiel in der MBS-Arena. Allerdings musste die seit 1996 für den SC spielende Potsdamerin, die nach knapp anderthalbjähriger krankheitsbedingter Pause beim Saisonauftakt in Dresden (0:3) im Start-Sechser stand, vorgestern erst warten. Statt ihrer schickte Cheftrainer Alberto Salomoni zunächst Josephine Dörfler ans Netz. Erst beim 13:5 im zweiten Satz kam Zülow für Dörfler und machte kurz darauf ihren ersten Punkt. „Ich war vor meiner Heimpremiere ganz schön nervös. Daher war es sicher ganz gut, nicht gleich von Anfang an zu spielen“, so Anika Zülow, die ihre Eltern und Großeltern unter den 600 Zuschauern wusste.
Nervös zeigte sich aber die ganze SC-Mannschaft im ersten Heimspiel der neuen Saison. Im ersten Satz führte sie schon 19:12, ehe sie den VCO noch auf 22:21 aufholen ließ. Und nach dem souveränen zweiten Spielabschnitt ließ Potsdam im dritten Satz durch viele eigene Fehler die Gäste immer wieder aufkommen. So hieß es nach dem 24:19 plötzlich 24:23, ehe doch noch der erwartete Favoritensieg feststand. „Wir haben uns heute allgemein schwergetan“, sagte Libera Lisa Rühl, und Salomoni bestätigte: „Unsere Nervosität war zu spüren.“
Gleichwohl atmete Potsdams Coach auf. „Das Eis ist gebrochen, das erste Heimspiel absolviert und gewonnen“, erklärte der Italiener. „Über schönen Volleyball sprechen wir im nächsten Spiel. Wir sollten nicht schon beim zweiten Spiel meckern. Unser Team muss noch viel arbeiten.“ Die Partie gegen VCO sei ein Spiel gewesen, „in dem wir alles zu verlieren hatten“, so Salomoni. „Wie im Fußball bei Deutschland gegen die Färöer. Wir konnten es uns nicht leisten, auch nur einen Satz zu verlieren. Da war es klar, dass die Mannschaft unter Druck stand. Bei unserem nächsten Spiel am Mittwoch beim VfB Suhl wird es schon anders sein.“
Dass er Josephine Dörfler in den Start- Sechser beorderte, begründete Alberto Salomoni so: „Josi war vor dem Saisonstart verletzt, und der VCO war der richtige Gegner, damit sie wieder ins Spiel kommt.“ Dörfler machte ebenso wie Kathy Radzuweit acht Punkte, während die Argentinierin Lucia Fresco mit elf Zählern punktbeste Potsdamerin war und später ebenso wie schon in Dresden zur besten Spielerin des SC gekürt wurde. Und Anika Zülow trug mit insgesamt vier Punkten zum Sieg bei. Den letzten und entscheidenden machte sie nach 1:22 Stunden Spielzeit.
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