• 30.09.2012
  • von Nicolas Diekmann

Weltrekord knapp verpasst: Favoriten Kebede und Mutai gewinnen den Berlin-Marathon

von Nicolas Diekmann

So sehen Sieger aus: Aberu Kebede und Geoffrey Mutai.

Aberu Kebede hat den Marathon der Frauen gewonnen. Bei den Männern ist es doch nichts geworden mit einem neuen Weltrekord: Aber Favorit Geoffrey Mutai gewinnt in der sechstschnellsten Zeit, die je bei einem Marathon gelaufen wurde. Und ein ganz anderer Rekord ist gefallen.

Der Kenianer Geoffrey Mutai gewinnt den 39. Berlin-Marathon der Männer in einer Weltjahresbestzeit von 2 Stunden, 4 Minuten und 15 Sekunden. Das ist die sechstschnellste jemals gelaufene Zeit und Weltjahresbestleistung über diese Distanz. Nur eine Sekunde später kam sein Teamkollege und Freund Denis Kimetto ins Ziel. Kimetto ist damit die schnellste Zeit in Berlin gelaufen, mit der es nicht für einen Sieg reichte. Beim Finish am Brandenburger Tor sah man beiden Läufern die Anstrengungen an, ein wirklicher Zielsprint fand nicht mehr statt. Dritter wurde mit Georffrey Kipsang (2.06:12) ebenfalls ein Kenianer. Als bester Deutscher kam Jan Fitschen als 13. ins Ziel. Der Läufer aus Wattenscheid erreichte das Ziel auf der Straße des 17. Juni mit neuer deutschen Jahresbestleistung (2:13:10). Er ist damit bester Europäer. „Ich dachte, dass ich den Weltrekord schaffen kann, aber meine Beine schmerzten “, sagte Mutai nach dem Rennen. Dennoch sei er sehr glücklich mit seiner Zeit: „Jetzt werde ich feiern.“.

Bei den Frauen gewann Aberu Kebede aus Äthiopien in einer Zeit von 2:20:29. Es ist bereits ihr zweiter Sieg in Berlin nach dem Triumph im Jahr 2010. Als zweite kam knapp eine Minute später Tirfi Tsegaye (Äthiopien) vor der Ukrainerin Olena Shurhno ins Ziel. Beste Deutsche wurde Anna Hahner mit einer Zeit von 2 Stunden, 30 Minuten und 36 Sekunden.

Über 40 000 Lauf- und Rollbegeisterte machten sich auf die 42,195 Kilometer. Auch die Handbiker waren wieder am Start. Am Streckenrand standen einmal mehr über eine Millionen Menschen und feuerten die Athleten an. Und das Berliner Wetter spielte mit, es war sonnig bei Höchsttemperaturen unter 20 Grad.

Der Berlin-Marathon: Bilder eines sportlichen Wochenendes:

Das Rennen war pünktlich um neun Uhr gestartet worden. Mutai und Kimetto setzten sich bei den Männern ebenso gleich an die Spitze des Feldes wie bei den Frauen Kebede.

Nach gut anderthalb Stunden setzten sich die beiden Ausnahmeläufer dann aus einem kenianischen Quartett mit Kipsang und Jonathan Maiyo ab.

Bei Kilometer 35 sah es zwischenzeitlich nach Weltrekord aus. Zwar war Patrick Makau im vergangenen Jahr noch gut zehn Sekunden schneller gewesen an diesem Messpunkt, doch brach er auf den letzten Kilometern etwas ein. Gleiches passierte nun allerdings auch dem kenianischen Duo an der Spitze des Feldes.

Mutai gewann im vergangenen Jahr den New-York-Marathon und auch in Boston. Dort lief er Weltrekordzeit, doch erfüllt die Strecke an der Ostküste der USA nicht die offiziellen Standards. 2010 wurde er in Berlin Zweiter.

Kimetto ist 28 Jahre alt und siegte über die 25 Kilometer-Strecke in Berlin, hier wurde er bei seinem Marathon-Debüt nun zweiter in einer Weltklassezeit – ein neuer Rekord für einen Debütanten.

Das Rennen in Berlin ist das letzte große Rennen über die Marathon-Distanz in diesem Jahr. Die gut 42 Kilometer gelten als eine der schnellsten Rennstrecken der Welt. Drei der fünf schnellsten Zeiten, die jemals über diese Distanz gelaufen wurden, sind in Berlin aufgestellt worden. Im letzten Jahr siegte der Kenianer Patrick Makau in Weltrekordzeit. Er ist in diesem Rennen ebenso wenig an den Start gegangen, wie die Weltrekordhalterin bei den Frauen, die Britin Paula Radcliffe.

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