Potsdams Hockey-Damen bestritten Freundschaftsspiel gegen eine britische Universitäts-Mannschaft
Potsdam - So war das nicht geplant gewesen. Die Hockey-Damen der Potsdamer Sport-Union 04 hatten ihr Freundschaftsspiel am Mittwoch gegen die Gäste aus dem englischen Oxford extra eine halbe Stunde vorverlegt, damit beim Anpfiff des WM-Halbfinales alle gemeinsam auf den Bänken vor der Leinwand im Vereinslokal in der Templiner Straße sitzen konnten – und dann wurde Deutschland von den Spaniern aus dem Turnier gekickt. „Die Stimmung war eher ruhig, wir haben von vornherein gesehen, da lief nicht viel“, sagte PSU-Trainerin Nadine Richter später dazu.
Dabei hatte der Mittwochabend auf der Hockeyanlage gut angefangen: „Unsere Mädchen sind ziemlich aufgeregt“, verriet Richter vor dem Spiel, das für die Potsdamerinnen den Saisonabschluss bildete. Unterstützt wurden sie von fünf Herren des ersten PSU-Teams, denn auch die Gäste von der traditionsreichen und renommierten Oxford University waren mit einer gemischten Mannschaft angetreten. Nach dem Halbzeitstand von 5:4 für Nullvier endete das Freundschaftsspiel mit einem respektablen 5:6 aus Potsdamer Sicht. „Das Ergebnis ist nicht tragisch“, sagte Nadine Richter, die den in den letzten Minuten eingehandelten Rückstand mit dem ungewohnten Zusammenspiel von Damen und Herren erklärt. Das klappte bei den Gästen aus Oxford besser.
Wieso die Briten ausgerechnet nach Potsdam kamen, kann Freya Reeve nicht richtig erklären. Die Torhüterin der Mannschaft zuckt mit den Schultern: „Wir haben jeden Sommer eine solche Reise“, erklärt die 21-Jährige: „Im letzten Jahr waren wir in Spanien, davor in Barbados.“ Seit Sonntag sei die Mannschaft in ihrem Quartier in Berlin, nach einem weiteren Spiel am heutigen Freitag in Großbeeren geht es am Wochenende zurück auf die Insel. „Berlin ist wirklich schön“, sagt die angehende Geographin, für die es die erste Reise nach Deutschland ist: „Wir haben schon viel gesehen, waren im Zoo und am Strand.“
Der Kontakt nach Oxford sei über ein spezielles Berliner Sportreisebüro zustande gekommen, berichtet Andreas Eger, Sportwart der Hockey-Abteilung der Potsdamer Sport-Union: „Wir würden so etwas ja gerne öfter machen, aber es ist uns fast ein bisschen peinlich mit der Sportanlage hier“, erklärt er. Der Kunstrasen aus dem Jahr 1997 habe die durchschnittliche Lebenszeit von zehn bis zwölf Jahren überschritten. Durch das eisenhaltige Wasser, mit dem er gesprengt wird, sei er regelrecht „verschlammt“. Für eine sachgerechte Pflege fehle dem Kommunalen Immobilien Service (KIS), der die städtische Sportstätte verwaltet, das Personal. Der Austausch des Rasens und die Renovierung des Unterbaus würden 250 000 Euro kosten, schätzt Eger. „Als Verein können wir das nicht stemmen, aber wir sind in Gesprächen mit der Stadt“, sagt Rudolf Piehl, der geschäftsführende Vorstand der PSU.
Die Hockey-Damen würden sich über eine Lösung freuen, denn eine Wiederholung solcher Freundschaftsspiele können sie sich gut vorstellen: „Es hat allen Spaß gemacht“, resümierte Nadine Richter: „So etwas ist auch wichtig für das Vereinsgefühl.“
Für die Entscheidung zum Potsdamer Badneubau ist ein Bürgerbeteiligungsverfahren mit verschiedenen Arbeitsgruppen erarbeitet worden. Halten Sie den Aufwand für gerechtfertigt?