• 15.04.2010
  • von Mark Kühn

Alba müht sich zum 79:73 in Düsseldorf

von Mark Kühn

Düsseldorf - Die Analyse des Basketballspiels fiel einmütig aus. Nach dem hart erkämpften 79:73-Erfolg vor 3148 Zuschauern in Düsseldorf und einer vor allem in der Defense schwachen Vorstellung redeten die Verantwortlichen von Alba Berlin Klartext. „Die Spieler müssen lernen, sich nach einem wichtigen Spiel wie dem Jerusalem-Match wieder hochzuziehen“, sagte Albas Trainer Luka Pavicevic. Während er das sagte, wirkten seine Gesichtszüge noch einen Hauch grimmiger als gewöhnlich. „Es war nicht leicht für uns, heute die nötige Spannung aufzubauen“, bekannte Center Adam Chubb freimütig. Sein Teamkollege Derrick Byars räumte ein, „einfach nur müde“ gewesen zu sein.

Die Giants konzentrierten sich von Beginn an darauf, den Berlinern leichte Punkte unter dem Korb zu verwehren. Das Konzept ging dreieinhalb Viertel auf, den Großen im Gästeteam gelang lange Zeit herzlich wenig. Die Düsseldorfer, die sich in ihrer zweiten Saison nach dem Weggang aus Leverkusen verzweifelt gegen den drohenden Abstieg stemmen, erfreuten sich dagegen lange ungewohnter Freiheiten – vor allem Brendan Winters, eigentlich seit Wochen außer Form, kam zu respektablen 20 Punkten. Center Eric Taylor, sonst nicht gerade ein Punktegarant, schaffte immerhin 15 Zähler.

Erst als die Giants Mitte des dritten Viertels mit elf Punkten vorne lagen, begriffen die Spieler des Tabellenführers den Ernst der Lage. „Als es darauf ankam, haben wir Winters am Werfen gehindert und keine unnötigen Bälle mehr verloren – das ist alles“, erklärte Pavicevic lakonisch, aber durchaustreffend. Dass er das Fehlen von Top-Scorer Julius Jenkins nicht als Grund für den leidenschaftslosen Auftritt seiner Mannschaft gelten lassen wollte, ehrte den Coach.

Was Pavicevic verschwieg, war die Tatsache, dass die Düsseldorfer in den beiden Schlussminuten wieder einmal Nerven zeigten und ihre entscheidenden Würfe einfach nicht trafen. Giants-Trainer Hansi Gnad versprach den Düsseldorfer Fans, den Klassenerhalt noch zu schaffen. Die kämpferischen Worte seines Kollegen bekam Pavicevic nicht mehr mit: Er hatte die Halle schon verlassen. Mark Kühn

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