Werder profitiert in Valencia vom Schiedsrichter
Valencia - Die Spanier fluchten, Claudio Pizarro grinste fröhlich. Verschmitzt lächelnd erklärte der Bremer Fußballprofi in den Katakomben des Estadio Mestalla, wie es zu dem rätselhaften Elfmeter gekommen war, der Werder das wichtige Auswärtstor beim 1:1 (1:0) in Valencia beschert hatte. „Ich bin geschubst worden“, sagte der Angreifer nach dem Europa-League-Spiel. „Das war ganz klar, der Schiedsrichter stand ja zwei Meter daneben.“ Der Strafstoß, den Kapitän Torsten Frings in der 24. Minute sicher verwandelte, blieb für die meisten der 42 000 Menschen im engen Stadion hingegen unerklärlich. Außer dem englischen Referee Martin Atkinson hatte das Vergehen von David Navarro kaum jemand als solches erkannt, selbst Bremens Per Mertesacker gab zu: „Das 1:0 haben wir vielleicht ein bisschen geschenkt bekommen.“
Pizarro war das egal. Für ihn war der Elfmeter völlig in Ordnung. „Ich habe dem Schiedsrichter vorher gesagt, die spielen nur auf Foul“, berichtete der Peruaner. „Der hat aufgepasst“, sagte er zur umstrittensten Szene einer hochklassigen Achtelfinal-Partie, die ein packendes Rückspiel erwarten lässt. Trotz des Ausgleichs durch Juan Manuel Mata nach einer knappen Stunde ist Werder am kommenden Donnerstag im Vorteil, muss aber zuvor am Sonntag bei 1899 Hoffenheim bestehen. „Es war sicher erstmal überraschend, aber am Fernseher konnte man sehen, dass er am Trikot gezogen worden ist“, sagte Klubchef Klaus Allofs über den umstrittenen Strafstoß. „Jedes Ziehen, jedes Stoßen soll geahndet werden, und im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen hat der Schiedsrichter das umgesetzt.“ Valencias Trainer Unai Emery sah das ganz anders: „Wir sind empört. Es ist unverantwortlich, einen solchen Elfmeter zu pfeifen.“ Und die Sportzeitung „Marca“ schrieb: „Der Elfmeter war eine Erfindung des Schiedsrichters.“
Genauso unerwartet wie der Elfmeter kam die Rote Karte gegen Ever Banega, denn außer dem Schiedsrichter-Assistenten hatte kaum einer die Tätlichkeit gegen Marko Marin gesehen, die rund 40 Meter abseits des Spielgeschehens passierte. „Er hat mir mit der flachen Hand ins Gesicht gehauen“, berichtete Marin. „Er hat noch was gesagt, aber was, weiß ich nicht. Ich kann ja kein Spanisch.“ Allofs versicherte: „Das konnten wir gut sehen, es war ja vor unserer Bank.“ dpa
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