Anna-Lena Grönefeld
DIE DEUTSCHEN IN PARIS
Grönefeld wirft Mauresmo raus und denkt an 2006
(26.05.09)
Es war schon fast dunkel auf der roten Asche von Paris, als Anna-Lena Grönefeld zum Abschluss des ersten Tages bei den French Open den Glanzpunkt setzte. „Das ist einer meiner größten Erfolge“, sagte die 23-Jährige nach dem überzeugenden 6:4, 6:3 über die 16. der Weltrangliste, Amélie Mauresmo. „Gegen sie auf dem Center Court zu gewinnen, ist unglaublich.“ Nicht so erfolgreich spielte ihre Fed-Cup-Kollegin Sabine Lisicky, die der Tschechin Lucie Safarova 2:6, 6:1, 1:6 unterlag. Nicolas Kiefer zog hingegen mit einem 7:6 (7:4), 3:6, 7:5, 6:4 über Ilia Bozoljac in die zweite Runde ein.
Anna-Lena Grönefeld, die schon die Nummer 14 der Welt war, weckte mit ihrem Erfolg Erinnerungen an 2006. Damals ist sie nach einem Sieg über Gisela Dulko ins Viertelfinale eingezogen. Über jene Argentinierin, die nun in der zweiten Runde in Paris erneut ihre Gegnerin sein wird. „Ich hoffe, ich kann das wiederholen“, sagte die 23-jährige Grönefeld. Die Frage, ob sie schon wieder so stark sei wie vor drei Jahren, beantwortete sie mit einem Lächeln. „Ich bin auf dem richtigen Weg, aber es hat sich viel verändert im Vergleich zu damals“, sagte sie, „auch ich habe mich verändert.“ Längst hat sie sich von ihrem umstrittenen Coach Rafael Font de Mora getrennt, der Spanier hatte sie anschließend noch mit Psychospielchen verfolgt hat. Als Anna-Lena Grönefeld 2007 in der ersten Runde in Paris gegen Mathilde Johansson verlor, saß
Font de Mora bei der Crew der Französin und feuerte Grönefelds
Gegnerin pausenlos an. In der Pressekonferenz flossen anschließend Tränen.
Im vergangenen Jahr verzichtete die mittlerweile in Saarbrücken lebende und bei Dirk Dier trainierende Grönefeld auf die French Open. Doch nun hat sie sich beharrlich nach oben gekämpft, von Platz 205 in der WTA-Weltrangliste Ende 2007 bis auf Rang 51. „Wir sind auf einem guten Weg, die Arbeit zahlt sich aus“, sagte Coach Dirk Dier nach dem Sieg. Anna-Lena Grönefeld wirkt ausgeglichen und entspannt wie lange nicht. Am Sonntagabend hatte sie nur eine Sorge: „Es war am Schluss schon sehr dunkel. Ich glaube, wenn ich das 5:5 kassiert hätte, wäre das Match tatsächlich noch abgebrochen worden.“dpa